Ermittlungen auf Hochtouren

Geortet – erste heiße Spur zu Morgenstein-Heli

Der gestohlene Hubschrauber von Thomas Morgensterns Firma wurde in Kroatien geortet. Die Täter dürften den Coup genau geplant haben.
Newsdesk Heute
29.09.2026, 14:01
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Nach dem spektakulären Hubschrauber-Diebstahl am Flugplatz Mauterndorf im Salzburger Lungau laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren. Die Maschine vom Typ Robinson R44 wird von der Firma des ehemaligen Skisprungstars Thomas Morgenstern betrieben.

Der Hubschrauber soll in der Nacht auf Montag gegen 1.50 Uhr gestohlen worden sein. Ein Mitglied des Flugvereins hörte Startgeräusche und wollte den Piloten erreichen. Als das nicht gelang, schaute der Mann beim Hangar nach, entdeckte Einbruchsspuren und alarmierte die Polizei.

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Kurz nach 2 Uhr soll der gestohlene Hubschrauber Österreich verlassen haben. Später wurde die Maschine in Kroatien geortet. Medienberichten zufolge soll sie gegen 4.20 Uhr über der Insel Pag erfasst worden sein. Wo genau der Hubschrauber geortet wurde, gibt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt.

Mehrere hunderttausend Euro Schaden

Eigentümer des Hubschraubers ist der Wagrainer Hotelier Manuel Aster. Durch den Diebstahl entstand laut ihm ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro. Eine neue Maschine dieses Typs kann bis zu 800.000 Euro kosten.

Besonders brisant: Die Täter dürften sich genau vorbereitet haben. Nach bisherigen Erkenntnissen brachen sie über eine Hintertüre ein und bewegten den Hubschrauber mit einem Rangierwagen aus dem Hangar.

Außerdem wurde bei der Tankstelle des Flugplatzes kräftig zugelangt. Insgesamt sollen 365 Liter Treibstoff entnommen worden sein. Der Tank des gestohlenen Hubschraubers selbst fasst allerdings nur rund 170 Liter.

Ortungssystem offenbar ausgebaut

Auch bei der Technik gingen die Täter offenbar gezielt vor. Laut Aster wurden ein Ortungssystem ausgebaut, der Absturzsender entfernt und der Transponder ausgeschaltet. Damit hinterließ der Hubschrauber für die zivile Flugsicherung keine üblichen Transponderdaten.

Austro Control, Polizei und Bundesheer versuchen nun, die Flugroute nachzuvollziehen. Das Bundesheer kann dafür auch Primärradardaten auswerten. Damit können Fluggeräte grundsätzlich auch erfasst werden, wenn deren Transponder ausgeschaltet ist.

Die Ermittler sicherten am Tatort Spuren und gleichen diese auch mit internationalen Datenbanken ab. Zudem werden Personen befragt, die Zugang zum Flugplatz haben. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut waren.

Nachtflug eigentlich nicht erlaubt

Der Coup wirft noch weitere Fragen auf. Die Maschine soll nicht für Nachtflüge ausgerüstet sein. Zudem darf vom Flugplatz Mauterndorf aus in der Nacht nicht geflogen werden. Mit vollem Tank schafft der Robinson R44 unter durchschnittlichen Bedingungen rund zweieinhalb Stunden Flugzeit.

red,Akt. 29.09.2026, 14:12, 29.09.2026, 14:01