Rätsel um Treibstoff

Heli von Morgenstern weg – Täter räumten sogar noch auf

Ein von Thomas Morgensterns Unternehmen genutzter Helikopter wurde gestohlen. Besitzer Manuel Aster rätselt über den spektakulären Coup.
29.09.2026, 10:44
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Mitten in der Nacht verschwindet ein Hubschrauber aus einem versperrten Hangar - und die Täter hinterlassen zahlreiche offene Fragen. Genau das passierte am Flugplatz Mauterndorf im Salzburger Lungau. Gestohlen wurde eine Robinson R44, die von Thomas Morgensterns Unternehmen genutzt wird.

Eigentümer der Maschine ist der Wagrainer Unternehmer Manuel Aster. Als ihn die Polizei in der Nacht auf Montag kontaktierte, konnte er die Nachricht zunächst kaum glauben. "Ich habe gedacht, die wollen mit mir versteckte Kamera machen", erzählt Aster gegenüber der "Kleinen Zeitung".

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Spur soll nach Kroatien führen

Der Hubschrauber soll kurz vor 2 Uhr nachts gestartet sein. Die Spur soll bis nach Kroatien führen. Nach Angaben Asters bekam der Betriebsleiter des Flugplatzes den nächtlichen Start mit.

"Er hat zufällig dort geschlafen. Zunächst hat er geglaubt, zu träumen", so Aster zur Tageszeitung.

Nachdem er den laufenden Hubschrauber gehört hatte, zog er sich an und ging hinaus. Zu diesem Zeitpunkt war die Maschine allerdings bereits verschwunden.

Rätsel um 365 Liter Treibstoff

Die Täter dürften sich davor längere Zeit auf dem Gelände aufgehalten haben. Laut Aster wurde auch die Tankanlage aufgebrochen. Daraus sollen 365 Liter Treibstoff entnommen worden sein.

Das sorgt beim Eigentümer für Fragen. "Im Helikopter haben aber nur 170 Liter Platz", sagt er der "Kleinen Zeitung".

Aster hält zusätzliche Behälter oder einen Zusatztank für denkbar. Klarheit gibt es darüber aber nicht. "Wir wissen es aber de facto noch nicht. Es ist eines von vielen Rätseln, vor denen wir jetzt stehen."

Täter sollen noch aufgeräumt haben

Ungewöhnlich ist auch, wie die Täter den Tatort hinterlassen haben sollen. Der Tankschlauch sei wieder aufgerollt, die Transportplattform des Hubschraubers zurückgebracht und die Türen geschlossen worden.

Zudem sollen Geräte aus der Maschine ausgebaut worden sein, darunter der Notsender. Aster vermutet deshalb technisches Wissen bei den Tätern. "Da muss zumindest auch ein Mechaniker dabei gewesen sein", meint er im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung".

Der Hubschrauber dürfte nach Einschätzung des Eigentümers kurzgeschlossen worden sein. Er geht davon aus, dass die Täter eineinhalb bis zwei Stunden am Flugplatz verbracht haben könnten, heißt es in dem Bericht.

Nachtflug sorgt für Verwunderung

Für Aster muss auch der Pilot entsprechende Erfahrung gehabt haben. Besonders der Start mitten in der Nacht macht ihn stutzig. "Nicht einmal ich selber als erfahrener Pilot würde dort um 2 Uhr in der Früh wegstarten", sagt Aster zur "Kleinen Zeitung".

Nach seinen Angaben war die Maschine für derartige Nachtflüge nicht ausgerüstet.

Dabei war der Helikopter erst am Sonntagabend aus Kärnten zurückgekehrt. Der Pilot hatte ihn noch gereinigt und die vorgeschriebenen Aufzeichnungen erledigt. Wenige Stunden später war die Maschine weg.

Experte rätselt über Verwendung

Ein Kärntner Luftfahrtexperte, der anonym bleiben möchte, hält in der Tageszeitung das Starten und Wegfliegen für jemanden, der mit einem solchen Hubschrauber umgehen kann, grundsätzlich für keine große Herausforderung.

Offen ist für ihn vielmehr, was danach mit der Maschine passieren sollte. Wegen der Registrierung und Identifizierbarkeit hält er einen regulären Verkauf in Europa für kaum vorstellbar. "Was soll die Täter damit machen wollen?", fragt er in der "Kleinen Zeitung".

Management verweist auf Ermittlungen

Auch das Management von Thomas Morgenstern äußerte sich zu dem Fall. "Der Helikopter war im versperrten Hangar", heißt es gegenüber der Tageszeitung. Morgenstern sei vom Flugplatz über den Vorfall informiert worden.

Bei den meisten weiteren Fragen verweist das Management auf die laufenden Ermittlungen. Mit einem Standardtank seien bei diesem Hubschraubertyp etwa zweieinhalb Stunden Flugzeit möglich. Über einen möglichen Zusatztank und die tatsächlichen Umstände sei nichts bekannt.

Fragen zur Luftraumüberwachung

Aster beschäftigt zudem, wie eine mögliche Flucht ins Ausland abgelaufen sein könnte. "Für was haben wir eine Luftraumüberwachung?", fragt er.

Welche Flugbewegungen von den Behörden tatsächlich registriert wurden, weiß allerdings auch der Eigentümer nicht.

Der Luftfahrtexperte verweist in der Tageszeitung auf den Unterschied zwischen Sekundär- und Primärradar. Das Sekundärradar benötigt Antworten des Transponders im Flugzeug. Ein Primärradar kann dagegen auch ein Flugobjekt ohne diese Signale erfassen, ohne damit automatisch festzustellen, um welche Maschine es sich handelt.

"Das Bundesheer ist in die Ermittlungen zumindest involviert", erklärt der Besitzer.

Besitzer fürchtet hohen Schaden

Neben den vielen offenen Fragen droht Aster ein "erheblicher finanzieller Schaden". Zwar sei der Hubschrauber versichert, allerdings werde wohl nur der Zeitwert ersetzt. Der Eigentümer befürchtet, dass dieser Betrag nicht einmal ausreichen könnte, um die noch offene Finanzierung zu decken.

"Wir wissen einfach nicht, wo sich diese Maschine befindet. Wir hoffen, dass der Fall möglichst bald gelöst werden kann", erklärt Aster gegenüber der "Kleinen Zeitung".

wil,zdz,29.09.2026, 10:44
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