Der leere Hangar am Flugplatz Mauterndorf beschäftigt Thomas Morgenstern weiterhin. Tage nach dem mysteriösen Diebstahl seines Hubschraubers spricht die Skisprung-Legende über den Verlust und die Zukunft seines Unternehmens.
"Es tut immer noch weh. Ich bin oft mit dem Helikopter geflogen, er ist ein Baby von mir", sagt Morgenstern im Gespräch mit der "Kronen Zeitung". Den gesamten Vorfall bezeichnet er als "unglaublich".
Bislang unbekannte Täter waren in der Nacht auf Montag in das Areal am Ortsrand eingedrungen. Sie stahlen mehrere Hundert Liter Treibstoff, deaktivierten relevante Systeme des dort abgestellten Robinson R44 und flogen mit dem Hubschrauber davon. Die mondhelle Nacht dürften sie gezielt für den Diebstahl ausgewählt haben.
Noch in der Nacht erhielt Morgenstern mehrere Anrufe von Mitarbeitern des Flugplatzes. Zunächst nahm er die Sache allerdings nicht ernst. "Ich habe nicht abgehoben, habe geglaubt, die machen bloß eine Gaudi", meint der Olympiasieger zur "Krone".
"In der Früh wache ich auf und dann waren halt zwei Nachrichten auch noch oben auf meinem Handy, dass der Hubschrauber gestohlen worden ist und ich habe gedacht, was Besseres fällt euch nicht ein, als dass ihr mich da jetzt verarschts", sagte Morgenstern gegenüber "Puls24".
Erst als sich am nächsten Morgen immer mehr Menschen bei ihm meldeten, machte er sich selbst auf den Weg. "Irgendwann bin ich dann doch nach Mauterndorf gefahren", wird der 39-Jährige in der "Krone" zitiert.
Doch selbst dort konnte Morgenstern zunächst nicht glauben, dass sein Hubschrauber tatsächlich verschwunden war.
"Ich habe gesucht, ob wo eine versteckte Kamera für eine TV-Show hängt. Später habe ich es dann doch irgendwie realisiert", meint er zur "Krone".
Robert Wieland, Betreiber des Flugplatzes und direkter Anrainer, bekam den Diebstahl in der Nacht mit. "So einen Diebstahl gab es in Österreich wohl noch nie", meint Wieland im Gespräch mit der Tageszeitung.
Gegen 1.30 Uhr wurde er durch Geräusche geweckt. "Ich bin gegen 1.30 Uhr munter geworden, weil ich Hubschrauber-Geräusche gehört habe. Ich bin sofort raus, da ist mir der Helikopter schon vor der Nase weggeflogen", erzählt der Lungauer der "Krone".
Polizei, Bundesheer und Austro Control ermitteln über Österreich hinaus. Zuletzt wurde der Hubschrauber am Montag um 4.20 Uhr in Kroatien nahe der Insel Pag gesichtet.
Laut den Ermittlungen sollen die Täter über die Steiermark nach Kärnten und anschließend weiter Richtung Süden geflogen sein.
Morgensterns Hoffnung auf eine Rückkehr wird unterdessen kleiner. "Es fällt mir immer schwerer daran zu glauben, dass wir den Hubschrauber wiederfinden", sagt er gegenüber der "Kronen Zeitung".
Ganz aufgegeben hat er aber noch nicht: "Die Hoffnung stirbt zuletzt."
Mit dem gestohlenen Hubschrauber bot Morgenstern exklusive Rundflüge an. Einen Ersatz wollen er und Manuel Aster, dem das verschwundene Gerät gehört, vorerst nicht anschaffen.
Für das Unternehmen soll es trotzdem weitergehen. Morgenstern zur "Krone": "Irgendwie wird es mit dem Unternehmen weitergehen. Den Spaß am Fliegen lassen wir uns sicher nicht nehmen."
Trotz schwindender Hoffnung auf eine Rückkehr des Helikopters will sich Morgenstern eines nicht nehmen lassen - seine Freude am Fliegen.