Psychische Belastung

So viele Österreicher weinen wegen ihrer Arbeit

52 Prozent der Befragten hat wegen des Jobs schon geweint, 64 Prozent hatten deswegen einen Wutausbruch. Der ÖGB fordert Maßnahmen.
Newsdesk Heute
30.09.2026, 17:58
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Eine User-Umfrage von der Plattform "karriere.at" anlässlich des Welttags für psychische Gesundheit am 10. Oktober zeigt ein besorgniserregendes Bild aus der heimischen Arbeitswelt. Demnach 52 Prozent der Befragten mindestens einmal wegen ihres Jobs geweint.

Ganze 64 Prozent hatte aus demselben Grund schon einmal einen Wutausbruch. Zudem gaben 31 Prozent an, mehrmals im Monat aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit an die emotionale Belastungsgrenze zu kommen. Auf weitere 31 Prozent traf dies ein paar Mal im Jahr zu.

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Das wünschen sich Angestellte

Als Unterstützungsmaßnahmen würden sich 34 Prozent weniger Arbeitslast wünschen. Knapp ein Drittel der Befragten (32 Prozent) würde sich über ein Gespräch mit der Führungskraft freuen. Auch professionelle Beratung (29 Prozent) und ein Austausch im Team (28 Prozent) wurden als wichtige Punkte genannt.

Für den CEO bei "karriere.at" Georg Konjovic sei dies keine Überraschung. "Nach Jahren der Rezession und Stagnation werden in vielen Unternehmen mehr Aufgaben auf weniger Schultern verteilt", befindet der Geschäftsführer. Führungskräfte sollten offen für Gespräche sein und die Bedürfnisse der Angestellten ernst nehmen.

Mangelnde Belastbarkeit nicht das Problem

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) spricht bezüglich der Zahlen von "strukturellen Problemen". So würden zu viel Arbeit, zu wenig Personal und der permanente Druck dazu führen, dass Menschen krank werden. Mangelnde Belastbarkeit der Beschäftigten sei laut ÖGB nicht das Problem.

Seit Jahren würden Arbeitnehmer unter hohem Zeitdruck und steigenden Anforderungen leiden. Beide Punkte müssten trotz weniger Personal bewältigt werden. Des Weiteren würde psychische Belastungen noch immer häufig als individuelles Problem behandelt werden, anstatt die Ursachen in der Arbeitsorganisation zu bekämpfen.

ÖGB nimmt Arbeitgeber in die Pflicht

Hier nimmt die Leiterin des Referats für Gesundheits- und Sozialversicherungspolitik im ÖGB, Claudia Neumayer-Stickler, die Betriebe in die Pflicht: "Wer dauerhaft an die Belastungsgrenze kommt, braucht keine Durchhalteparolen, sondern bessere Arbeitsbedingungen. Die Verantwortung dafür liegt bei den Arbeitgebern."

Man sehe, dass psychisch bedingte Krankenstände in Österreich zunehmen würden. Dagegen müsse man mit Prävention, gesunden Arbeitsbedingungen und einer Arbeitswelt, die sich an den Lebensrealitäten der Beschäftigten orientiert gegensteuern.

Daher fordert der ÖGB die "konsequente Evaluierung psychischer Belastungen in allen Betrieben und wirksame Maßnahmen zur Reduktion von Arbeitsdruck". Zudem soll für ausreichend Personal gesorgt werden. Auch mehr nach "Mitbestimmung für Beschäftigte und Betriebsräte bei Maßnahmen zur Verbesserung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz" wird verlangt. Zudem soll die betriebliche Gesundheitsförderung gestärkt werden.

red,30.09.2026, 17:58