Eine Behandlung nach einem Zeckenbiss hatte für einen oberösterreichischen Manager dramatische Folgen. Der Mann begab sich laut "Kronen Zeitung" in ein auf Zeckenbisse spezialisiertes Zentrum in der Wiener Innenstadt. Während der Therapie kam es zu schweren Komplikationen.
Die Körpertemperatur des Diplomkaufmannes erreichte schließlich 42 Grad. Durch diese extreme Temperatur sollten die Borrelia-Bakterien absterben.
Für den Patienten wurde die Situation lebensbedrohlich. Erst nach sechs Stunden der Behandlung wurde die Rettung verständigt.
Christian W. wurde mit Blaulicht ins Wiener AKH gebracht. Dort konnte ein Ärzteteam sein Leben retten. Der Manager benötigte eine dringende Lebertransplantation, heißt es in dem Bericht.
Bis heute leidet der Top-Manager laut "Krone" an den Folgen der Behandlung. Nun beschäftigt der Fall auch die Justiz.
Gegen vier Mediziner - drei Männer und eine Frau - wurde Anklage erhoben. "Tatsächlich hat die Staatsanwaltschaft Wien eine Anklageschrift eingebracht", erklärt Dr. Alfred Boran, Rechtsvertreter des schwer Geschädigten, gegenüber der Tageszeitung.
Die Anklage wegen Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen ist noch nicht rechtswirksam.
Den vier Medizinern wird laut "Krone" vorgeworfen, den Mann "an der Gesundheit geschädigt und dadurch ... für immer oder für lange Zeit den Verlust oder eine schwere Schädigung des Sehvermögens und Gehörs herbeigeführt zu haben".
Laut Anklage sollen die Folgen durch die wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlung sowie die verspätete Aktivierung der Rettungskette verursacht worden sein.
Ob und in welchem Ausmaß die vier Mediziner für die schweren Folgen verantwortlich sind, muss nun vor Gericht geklärt werden.