Wer eine Photovoltaik-Anlage am Dach hat, kennt das Problem: Tagsüber wird mehr Strom produziert als verbraucht, abends fehlt dann die Energie. Batteriespeicher können helfen, sind aber teuer und benötigen seltene Rohstoffe wie Lithium. Das französische Unternehmen Segula will nun eine Alternative auf den Markt bringen.
Der Heimspeicher mit dem Namen "Remora Home" funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Überschüssiger Solarstrom wird verwendet, um Luft zu komprimieren und in einem Speicherschrank zu lagern. Bei Bedarf strömt die Druckluft durch eine Turbine und erzeugt wieder Strom.
Wie es bei CHIP heißt, besteht das System aus zwei Hauptkomponenten: einem reversiblen Kompressor, der direkt an die Solaranlage angeschlossen wird, und einem Speicherschrank für die Druckluft. Der Schrank soll sowohl im Innen- als auch im Außenbereich aufgestellt werden können.
Segula verspricht einen Wirkungsgrad von 70 Prozent - vergleichbar mit Pumpspeicherkraftwerken. Batterien erreichen zwar 90 Prozent, dafür soll der Druckluftspeicher aber mindestens 30 Jahre halten. Zudem besteht er aus Stahl und Aluminium statt aus seltenen Rohstoffen.
Das Konzept ist nicht neu: In Huntorf in Niedersachsen läuft seit 1978 ein großer Druckluftspeicher. Weltweit gibt es bislang nur etwa ein halbes Dutzend solcher Anlagen. Segula will die Technologie nun erstmals für Privathaushalte verfügbar machen.
Ganz ohne Haken ist die Sache nicht: Der Speicherschrank hat etwa die Größe eines Heizöltanks. Außerdem erhitzt sich die Luft beim Komprimieren stark. Wird der Strom erst nach mehreren Tagen abgerufen, kann Energie durch Wärmeverluste verloren gehen.
Segula testet das System seit Anfang 2024. Bis Ende 2026 sollen Pilotprojekte in Haushalten starten, die Massenproduktion ist für 2028 geplant. Zum Preis macht das Unternehmen bislang keine Angaben.