Die ganze Welt wurde am Donnerstag, dem 24. Februar 2022 von einer besorgniserregenden Nachricht geweckt: Russlands Präsident Wladimir Putin verkündete den Einmarsch in die Ukraine. Die autonomen Volksrepubliken Donezk und Luhansk kontrollierte man bereits militärisch, selbes galt für die 2014 annektierte Krim. Doch nicht nur von dort aus wurde die Ukraine in weiterer Folge überfallen.
Alle Entwicklungen im "Heute"-Liveticker >>
Da die Hauptstadt Kiew rund 600 Kilometer von den Separatistengebieten entfernt ist, fand eine der größten Offensiven aus dem Norden, von Belarus aus den Dnepr entlang, statt. Seitdem wird die Hauptstadt immer mehr umzingelt. Samstagabend gibt es im Vorort Irpin heftige Straßenkämpfe zwischen russischen und ukrainischen Soldaten – so nah waren Putins Truppen noch nie an der Hauptstadt.
Ein rund 60 Kilometer langer Militärkonvoi hat sich mittlerweile verteilt, auch in anderen Vororten toben heftige Kämpfe. Experten rechnen mit einem baldigen Großangriff auf die Drei-Millionen-Einwohner-Metropole.
Im Rest das Landes stockt der Vormarsch. Mit dem heftigen Widerstand und der Kampfbereitschaft der ukrainische Bevölkerung hat man nicht gerechnet. Auf der anderen Seite ist die Moral der Russen extrem niedrig, haben die Soldaten persönlich doch kaum Anlass zum Kämpfen. 500 sollen sich alleine am Samstag ergeben haben.
Die Grenzgebiete vor den nordöstlichen Städten Sumy und Charkiw konnten sie trotzdem bereits erobern. Über 50.000 Haushalte sind dort ohne Strom. Nun wird versucht, insbesondere in Charkiw mit Bombenangriffen wichtige Ziele zu zerstören. Die Zahl der Opfer auf ziviler Seite ist enorm. Im Osten gibt es hingegen kaum Gebietsgewinne, man konzentriert sich aktuell eher auf den Süden.
Dort wurden enorme Mengen an Truppen stationiert und in Richtung Norden beordert. Eine Fläche in der Größe des Ostens Österreichs konnte man hier erobern. Mit Cherson fiel auch die erste Großstadt (300.000 Einwohner). Starken Widerstand gibt es um Mariupol. Die Hafenstadt ist vollständig umzingelt, Wasser, Energie und Lebensmittel werden knapp.
Von der Krim aus gibt es mittlerweile auch einen Vormarsch in Richtung Westen. Übergeordnetes Ziel ist die Hafenstadt Odessa. Weiter in Richtung Norden konnte man am 4. März das größte Atomkraftwerk des Landes, Saporischschja, unter russische Kontrolle bringen.
Geografisch zwischen Charkiw und Mariupol ist es vor allem die Dnipro, die zweitgrößte Stadt des Landes, auf die besonders viele Raketen geschossen werden. Selbes gilt für die Städte Lutsk und Iwano-Frankiwsk im Westen der Ukraine, wo es noch kaum Bodentruppen und keine Frontlinie gibt.
Am Wochenende wird zudem versucht, die eroberten Gebiete um Charkiw und Donezk miteinander zu verbinden, um den äußersten Nordosten der Ukraine vom Rest des Landes abzuschneiden.