Die Gemeinde Terrasse-Vaudreuil in der kanadischen Provinz Québec hat als erste weltweit die Allgemeine Erklärung der Rechte der Bäume unterzeichnet. Mit einer eigenen Resolution geht der Ort sogar noch weiter.
Die Erklärung basiert auf drei Grundsatzartikeln: Der Baum ist ein lebendiges, empfindsames Wesen und ein gemeinsames Gut der Menschheit. Das Leben auf der Erde hängt von seiner Existenz ab. Der Mensch muss dem Baum gegenüber in einem Geist der Geschwisterlichkeit handeln.
Wie utopia.de unter Berufung auf den kanadischen Sender CBC berichtet, sichert die Resolution den Bäumen das "Recht auf Leben, auf natürliches Wachstum, auf körperliche Unversehrtheit und auf Regeneration" zu.
"Ein Baum ist wie ein Mensch", sagte Bürgermeisterin Nathalie Bourdeau. "Er atmet, er lebt, er nimmt Wasser auf. Er schützt uns vor vielem." Ausgelöst hatte die Debatte ein Dokumentarfilm, der die Bevölkerung für das Thema sensibilisierte.
Die Gemeinde verpflichtet sich nun, Bildung und Bürgerbeteiligung zu fördern, konkrete Ziele zur Umsetzung festzulegen und sicherzustellen, dass Bäume geschützt oder bei einer Fällung ersetzt werden.
Die Umweltjuristin Karine Peloffy von Ecojustice nannte die Entscheidung eine "sehr hoffnungsvolle Geste". Den Einwand, es wäre merkwürdig, Bäumen Rechte zu geben, konterte sie: "Wir wissen, dass Konzerne Rechtspersönlichkeit besitzen - und sie sind definitiv keine Lebewesen. Was spricht also dagegen, sie auch lebenden Wesen zuzuerkennen?"
Die Resolution reiht sich in eine wachsende internationale Bewegung ein, die natürlichen Entitäten Rechtspersönlichkeit verleiht - fokussiert aber erstmals explizit auf den einzelnen Baum als schützenswerte Einheit.