Leica MP-33

Diese Leica übertraf den Schätzwert um das Zehnfache

Bei einer Versteigerung in Wetzlar wechselten außergewöhnliche Leica-Kameras für sechsstellige Beträge ihre Besitzer.
Rene Findenig
15.06.2026, 16:45
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Für viele Menschen sind alte Kameras Erinnerungsstücke aus einer anderen Zeit. Für Sammler auf der ganzen Welt sind manche Modelle jedoch wahre Schätze. Das zeigte sich am 13. Juni bei der 48. Leitz Photographica Auction in Wetzlar eindrucksvoll. Mehrere seltene Leica-Kameras wechselten dort für sechsstellige Summen den Besitzer. Besonders eine Kamera aus den 1950er-Jahren sorgte für großes Interesse.

Die teuerste Kamera der Versteigerung war eine Leica MP-33 aus dem Jahr 1957. Das Modell wurde inklusive Aufgeld um insgesamt 600.000 Euro verkauft. Damit führte sie die Liste der begehrtesten Objekte der Auktion an. Die Kamera zählt zu den seltensten Leica-Modellen überhaupt und wurde ursprünglich für professionelle Reportagefotografen entwickelt.

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Leica MP black paint no. MP-33.
Leitz Photographica Auction

Alexander Sedlak, Geschäftsführer des Auktionshauses Leitz Photographica Auction, zeigte sich nach der Versteigerung zufrieden. "Wir nehmen es mit Freude zur Kenntnis und sehen es zugleich als Bestätigung der intensiven Arbeit der letzten Jahre, dass die Begeisterung für historische Kameras und historisches Kamera-Zubehör ungebrochen hoch ist", erklärte er. Zugleich verwies er darauf, dass neben historischen Stücken auch jüngere Sondereditionen zunehmend gefragt seien.

Eine der seltensten Leica-Kameras überhaupt

Die versteigerte Leica MP-33 stammt aus einer Modellreihe, von der insgesamt nur 402 Exemplare gefertigt wurden. Noch seltener sind die schwarz lackierten Varianten. Von ihnen entstanden lediglich 141 Stück. Das nun versteigerte Exemplar wurde am 29. Juli 1957 an einen Leica-Händler in Schweden ausgeliefert. Die Kamera kam gemeinsam mit einem passenden Schnellaufzug sowie einem Summicron-Objektiv unter den Hammer. Am Ende stand ein Verkaufspreis von 600.000 Euro inklusive Premium. Das Premium bezeichnet dabei das Aufgeld des Auktionshauses, das 20 Prozent des Zuschlagspreises beträgt.

Ebenfalls großes Interesse zog ein ungewöhnlicher Prototyp auf sich. Dabei handelte es sich um die Leica Ig mit der Seriennummer 750000. Das Einzelstück entstand um das Jahr 1953 und stellt eine Entwicklungsstufe der damaligen Schraubgewinde-Kameras dar. Besonders auffällig ist die erhöhte Blitzplattform auf der Oberseite des Gehäuses. Zudem vereint die Kamera Merkmale mehrerer Leica-Modelle jener Zeit. Für Sammler war auch die außergewöhnliche runde Seriennummer ein zusätzlicher Anreiz. Schließlich wurde die Kamera um 540.000 Euro inklusive Premium verkauft.

Kamera von 1938 sorgt für die größte Überraschung

Für den wohl überraschendsten Moment des Vormittags sorgte jedoch eine Leica IIIb in schwarzer Lackierung aus dem Jahr 1938. Das Modell war ursprünglich lediglich mit 32.000 bis 36.000 Euro bewertet worden. Am Ende kletterte der Preis auf 312.000 Euro inklusive Premium. Damit lag das Ergebnis beinahe beim Zehnfachen des geschätzten Wertes. Die außergewöhnliche Nachfrage hat einen besonderen Hintergrund: Laut den Leica-Archiven wurden lediglich fünf Exemplare dieser schwarzen Variante hergestellt.

1938 hergestellt, wurde die Leica IIIb black paint bei der 48. Leitz Photographica Auction um 312.000 Euro inklusive Premium versteigert.
Leitz Photographica Auction

Die Kameras wurden im September 1938 unter dem internen Namen "Ludoo schwarz" nach New York geliefert. Das nun versteigerte Exemplar trug die Seriennummer 295302 und wurde gemeinsam mit einem passenden Objektiv sowie der originalen schwarzen Ledertasche angeboten. Die Seltenheit dieser Kombination dürfte wesentlich zum hohen Endpreis beigetragen haben.

Auch moderne Leica-Modelle steigen im Wert

Nicht nur historische Kameras lockten die Bieter an. Auch jüngere Sondermodelle erzielten deutlich höhere Preise als ihre ursprünglichen Verkaufspreise. So wurde ein Leica M6 Black Paint "Leitz Auction"-Set, das 2023 als Teil einer auf 20 Stück begrenzten Serie erschien, um 48.000 Euro inklusive Premium verkauft. Bei seiner Markteinführung hatte das Set 25.980 Euro gekostet. Auch die Leica M Edition 70 aus dem Jahr 2024 entwickelte sich zu einem begehrten Sammlerstück. Sie erzielte einen Preis von 36.000 Euro inklusive Premium und lag damit deutlich über ihrem ursprünglichen Verkaufspreis von 22.500 Euro.

Der Leica Ig Prototyp Nr. 750000 wurde im Rahmen der 48. Leitz Photographica Auction um 450.000 Euro inklusive Premium versteigert.
Leitz Photographica Auction

Besonders stark fiel die Wertsteigerung bei einem Leica MP 10323 "Meister Edition Berlin" Outfit aus. Die Sonderedition wurde 2017 anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Leica Stores Berlin in einer Auflage von lediglich zehn Stück produziert. Obwohl der Schätzwert zwischen 26.000 und 30.000 Euro lag, erreichte das Set schließlich 132.000 Euro inklusive Premium. Einen besonderen Platz nahm bei der Auktion auch ein Wohltätigkeitslos ein. Versteigert wurde ein Prototyp der Leica M10-P Safari aus dem Jahr 2018.

Die Kamera unterscheidet sich von der späteren Serienversion durch ihre deutlich hellere grüne Lackierung. Das Modell wurde ohne Aufgeld versteigert. Der gesamte Erlös von 16.000 Euro kommt der Hilfsorganisation Licht ins Dunkel zugute.

Das Charity Los der 48. Leitz Photographica Auction: Ein Prototyp der Leica M10-P Safari aus dem Jahr 2018.
Leitz Photographica Auction

Weitere Auktionen bereits geplant

Nach der erfolgreichen Versteigerung blickt das Auktionshaus bereits auf die kommenden Veranstaltungen. Am 9. Oktober soll in der Leica Galerie Wien die Fotografie-Auktion "Perspectives" stattfinden. Die nächste große Leica-Versteigerung folgt am 28. November mit der 49. Leitz Photographica Auction erneut in der Leica Welt im deutschen Wetzlar.

Die Ergebnisse der 48. Auktion zeigen jedenfalls, dass seltene Kameras längst nicht nur nostalgische Erinnerungsstücke sind. Vor allem außergewöhnliche Modelle mit geringer Stückzahl oder besonderer Geschichte können bei Sammlern weiterhin enorme Begehrlichkeiten wecken. Gerade historische Leica-Kameras beweisen damit einmal mehr, dass sie Jahrzehnte nach ihrer Produktion nichts von ihrer Faszination verloren haben.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } 15.06.2026, 16:45
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