Kein Wunder, dass viele Franzosen angesichts der horrenden Spritpreise nach Alternativen suchen. Immer mehr greifen jetzt zu gebrauchtem Frittieröl, um ihre Dieselfahrzeuge günstiger zu betanken. Wie 20 Minuten berichtet, kostet gebrauchtes Speiseöl oft nur rund 80 Cent pro Liter. Das klingt natürlich verlockend. Doch Achtung: Privatpersonen dürfen ihre Autos in Frankreich eigentlich nicht mit Frittieröl betanken. Nur für bestimmte Fahrzeuge in der Landwirtschaft, Fischerei oder für geschlossene Fahrzeugflotten sind Ausnahmen möglich.
Hintergrund für die Preisspirale ist der Krieg im Iran, der die Preise für Treibstoff explodieren lässt. Der französische Sender "TV5 Monde Info" berichtet, dass viele Autofahrer deshalb kreativ werden und mit Frittieröl experimentieren – obwohl das offiziell verboten ist.
Der Verein "Roule ma frite" sammelt gebrauchtes Speiseöl und bereitet es wieder auf. Seit die Dieselpreise so stark gestiegen sind, melden sich dort laufend mehr Menschen, die wissen wollen, wie das mit dem Frittieröl funktioniert. Vor allem am Land sind viele auf das Auto angewiesen und suchen dringend Wege, um beim täglichen Pendeln zu sparen.
Der Unterschied bei den Kosten ist enorm: Während Diesel über 2,35 Euro pro Liter kostet, bekommst du gebrauchtes Speiseöl stellenweise schon für 80 Cent.
Yann Deva ist einer der Pioniere in Sachen Frittieröl im Tank. Gegenüber AFP erzählt er, dass er mit dieser Methode bereits rund 60.000 Kilometer unterwegs war. Das Öl holt er aus Restaurants, lässt es ein paar Tage stehen, damit sich Rückstände absetzen, filtert es und mischt es dann mit Diesel.
Je nach Jahreszeit passt Deva das Mischverhältnis an. Im Winter mischt er nur 10 bis 20 Prozent Speiseöl bei, im Sommer fährt er sogar mit bis zu 90 Prozent. Aber: Das Ganze funktioniert vor allem mit älteren Dieselmotoren. Neue Motoren kommen mit dem dickflüssigeren Öl oft nicht klar.
Frankreich hat zwar schon 2023 die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, damit gebrauchtes Speiseöl als Treibstoff genutzt werden kann. Doch laut AFP fehlen bis heute die nötigen Details in der Ausführung. Für Privatpersonen bleibt das Tanken mit selbst aufbereitetem Frittieröl daher weiterhin verboten.