Großer Erfolg für die National Crime Agency (NCA). Die britische Behörde zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität hat am Freitag, den 2. Oktober, eine Ladung mit insgesamt 25 aufblasbaren Booten am East Midlands Airport abgefangen.
Die Lieferung war per Luftfracht von der Türkei in die Niederlande unterwegs und machte auf ihrem Weg Zwischenstation in Großbritannien. Die Ermittler sind sich sicher: Die Boote waren für organisierte Schlepper-Banden bestimmt!
Die Boote sind jeweils rund neun Meter lang. Nach Angaben der Ermittler hätte jedes davon rund 70 Menschen über den Ärmelkanal transportieren können. Insgesamt wären damit Fahrten für etwa 1.700 Menschen möglich gewesen.
Es ist bereits der zweite große Fund dieser Art in Großbritannien in diesem Jahr. Im Juli hatten Behörden in Felixstowe ebenfalls 25 Boote sowie 25 Motoren sichergestellt. Damals befand sich die Ladung auf dem Weg nach Deutschland.
NCA-Ermittler Craig Turner erklärte, die Behörden würden gezielt gegen Personen und Gruppen vorgehen, die Boote und Motoren für Schleuser beschaffen. Gemeinsam mit internationalen Partnern seien bisher mehr als 1.600 Boote und Motoren beschlagnahmt worden.
Die Maßnahmen würden laut NCA die Kosten für die kriminellen Netzwerke erhöhen und es schwieriger machen, das Material bis an die Küste zu bringen. Turner ist überzeugt, dass auch die nun entdeckten Boote für gefährliche Überfahrten eingesetzt worden wären.
Auch die britische Ministerin für Grenzsicherheit und Asyl, Anna Turley, sprach von einem weiteren schweren Schlag gegen Schlepperbanden. Die Unterbrechung ihrer Lieferketten spiele eine wichtige Rolle im Kampf gegen illegale Überfahrten.
Derzeit laufen laut NCA rund 100 Ermittlungen gegen Verdächtige aus dem Bereich der organisierten Schlepperei. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl entsprechender Festnahmen bis April 2026 um mehr als 55 Prozent.