Oleg L.

Dieser Mann steckt hinter Sprengstoff-Drohne in Leipzig

Ein Russe soll den gescheiterten Drohnen-Anschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle vorbereitet haben. So ging er vor.
Newsdesk Heute
02.10.2026, 15:54
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Familienvater, Angler und GRU-Agent? Laut Recherchen von "The Telegraph" und der "Welt am Sonntag", die sich auf Dokumente deutscher, polnischer und litauischer Nachrichtendienste sowie Gespräche mit hochrangigen westlichen Geheimdienstvertretern soll Oleg L. für den gescheiterten Drohnen-Anschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich sein.

Zur Erinnerung: Anfang August flog eine mit Sprengstoff beladene Drohne auf dem bei der Unterstützung der Ukraine wichtigen Airport umher und steuerte auf eine abgestellte ukrainische Antonow An-124 zu. Die Drohne prallte gegen das Flugzeug und stürzte am Vorfeld ab. Der Sprengsatz detonierte glücklicherweise nicht.

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Brisante Standortdaten

Nur fünf Tage zuvor soll L., der sich auf Social Media gerne beim Angeln, Skifahren oder Motorradfahren zeigt, den Flughafen ausgekundschaftet haben. Dafür habe der Russe sich einen Mietwagen am Berliner Flughafen genommen. Die Standortdaten des Fahrzeugs wurden ihm nun aber zum Verhängnis.

Besonders brisant: L. soll den deutschen Behörden bereits bekannt gewesen sein. Demnach habe man gewusst, dass er mit dem russischen Militärgeheimdienst GRU in Verbindung stehe, überwacht wurde er nach seiner Einreise trotzdem nicht. Der Sprengstoff für den mutmaßlichen Anschlag sei über Bulgarien und Serbien nach Deutschland geschmuggelt worden.

Nahe dem Flughafen fanden die Ermittler auch Überreste zweier weiterer Drohnen und eine improvisierte Antennenanlage. Auf dieser fanden sich die Fingerabdrücke des Belarussen Andrei K., der auch mit einem Brandanschlag in Polen in Verbindung gebracht wird. Er soll als "Wegwerf-Agent" für L. gearbeitet haben.

Russen-Botschaft: "Hysterie"

Dieser soll bereits seit 2007 in Kontakt mit Denis S., dem Leiter der Ukraine-Abteilung des GRU, stehen. Laut einem litauischen Geheimdienstbericht sei S. für verdeckte Sabotageoperationen in Europa zuständig.

Hier wird auch die GRU-Einheit 29155 erwähnt. Deren Mitglieder seien im Umgang mit Sprengstoff und Waffen geschult. Seitens der Ermittler sehe man Ähnlichkeiten zwischen dem Leipziger Sprengsatz und Vorrichtungen aus anderen mutmaßlichen russischen Sabotageplänen in Europa. Anders sieht dies die russische Botschaft in Berlin. Sie sprach von "unbegründeten Anschuldigungen" und einer "antirussischen Hysterie".

red,02.10.2026, 15:54