Wenn jede Minute zählt

Digitale Karten sollen Waldbrände schneller stoppen

Die Waldbrandgefahr steigt in Europa immens an. Digitale Systeme sollen Einsatzkräfte deshalb künftig bei schwierigen Entscheidungen unterstützen.
Digital  Heute
04.08.2026, 08:13
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Die Waldbrände in Europa halten Einsatzkräfte weiter auf Trab. Während sich die Situation in Teilen Spaniens und Frankreichs zuletzt etwas beruhigt hat, bleibt die Lage in Griechenland angespannt. Westlich von Athen mussten in den vergangenen Tagen mehrere Orte geräumt werden. Tausende Hektar Wald wurden bereits zerstört. Auch andere Regionen Europas blicken mit Sorge auf die Entwicklung. Eine Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 41 Grad sorgt derzeit in Österreich und vielen Teilen Europas für hohe Waldbrandgefahr.

EU-Behörden warnen, dass sich die Feuer in weitere Gebiete ausbreiten könnten. Im Kampf gegen die Flammen spielen digitale Geoinformationssysteme eine immer wichtigere Rolle. Sie sollen Helfern dabei helfen, schneller einen Überblick über die Situation zu bekommen und Entscheidungen auf Basis aktueller Daten zu treffen. Das österreichische Unternehmen SynerGIS zeigt als Esri-Partner, wie solche Systeme bei Krisen eingesetzt werden können. Dabei geht es vor allem um eines: möglichst schnell ein genaues Bild der Lage zu erhalten.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Bei großen Bränden müssen Einsatzkräfte oft innerhalb weniger Minuten entscheiden. Wo breitet sich das Feuer aus? Welche Gebiete sind besonders gefährdet? Welche Straßen, Gebäude oder Infrastrukturen könnten betroffen sein? Moderne Geoinformationssysteme bündeln dafür verschiedene Datenquellen. Dazu gehören etwa Satellitenbilder, Wetterinformationen, Winddaten, Informationen über Vegetation und Gelände sowie Angaben zu bestehender Infrastruktur.

Ein digitales Bild der aktuellen Situation

Aus diesen Informationen entsteht ein digitales Lagebild, das laufend aktualisiert werden kann. Einsatzkräfte und Behörden können dadurch Entwicklungen besser einschätzen und Maßnahmen gezielter planen. Ein weiterer Vorteil: Alle beteiligten Stellen arbeiten mit derselben Informationsgrundlage. Gerade bei großen Krisen, an denen Feuerwehr, Behörden und andere Organisationen beteiligt sind, kann dieser gemeinsame Überblick entscheidend sein.

"Im Krisenfall gibt es keine Zeit, Daten aus unterschiedlichen Systemen zusammenzusuchen. Alle Beteiligten müssen auf dieselben Informationen zugreifen und sehen, wie sich die Lage entwickelt. Genau das leisten moderne Geoinformationssysteme: Sie schaffen ein gemeinsames Lagebild und damit die Grundlage für schnelle, fundierte Entscheidungen", sagt Renate Messner, Geschäftsführerin von SynerGIS.

Von der Warnung bis zur Schadensaufnahme

Die Technik kommt nicht erst zum Einsatz, wenn bereits Flammen lodern. Mithilfe von Satellitendaten und Künstlicher Intelligenz (KI) können bestimmte Systeme mögliche Brandentwicklungen frühzeitig erkennen und Veränderungen beobachten. Auch während eines laufenden Brandes können aktuelle Informationen helfen, die Ausbreitung besser einzuschätzen. Einsatzkräfte erhalten dadurch zusätzliche Daten, um ihre Arbeit zu koordinieren.

Nach einem Feuer bleibt die Aufgabe ebenfalls bestehen. Dann können digitale Systeme dabei helfen, Schäden an Gebäuden, Infrastruktur und betroffenen Flächen zu erfassen. Diese Informationen können später für Aufräumarbeiten und den Wiederaufbau genutzt werden. "Wir haben heute mehr Daten als je zuvor. Der eigentliche Mehrwert entsteht aber erst, wenn daraus ein verständliches Lagebild wird, auf dessen Basis Menschen rasch Entscheidungen treffen können", erklärt Messner.

Technik wird auch abseits von Katastrophen genutzt

Die Einsatzmöglichkeiten solcher Systeme beschränken sich nicht nur auf Waldbrände oder andere Naturkatastrophen. Räumliche Daten werden auch in vielen anderen Bereichen verwendet. Energieunternehmen nutzen sie etwa, um ihre Netze zu analysieren und mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Städte können damit Planungen für den Umgang mit Klimaveränderungen verbessern. Auch Unternehmen greifen auf solche Informationen zurück, wenn es um Standorte, Infrastruktur oder Investitionen geht.

Mehr als 2.500 Kunden setzen auf räumliche Daten

Gerade die aktuellen Waldbrände zeigen laut SynerGIS, welche Bedeutung genaue räumliche Informationen inzwischen haben. Wo Gefahren entstehen, welche Ressourcen benötigt werden und welche Maßnahmen sinnvoll sind, lässt sich mit solchen Daten besser beurteilen. SynerGIS arbeitet seit 1987 als exklusiver Esri-Partner in Österreich. Nach Unternehmensangaben unterstützt die Firma mehr als 2.500 Kundinnen und Kunden aus Bereichen wie Energie, Infrastruktur, Industrie, Handel und dem öffentlichen Sektor.

"Die aktuellen Waldbrände zeigen sehr deutlich, wie wichtig räumliche Informationen geworden sind. Was im Katastrophenschutz Leben schützen kann, hilft Unternehmen und Behörden jeden Tag dabei, Risiken besser einzuschätzen, Infrastruktur zu planen oder Ressourcen gezielt einzusetzen. Räumliche Intelligenz wird deshalb in immer mehr Bereichen zu einer wichtigen Entscheidungsgrundlage", sagt Messner. Dabei geht es darum, räumliche Daten für Planung, Risikobewertung und digitale Prozesse nutzbar zu machen.

Die zunehmenden Wetterextreme und Naturkatastrophen könnten den Bedarf an solchen Lösungen weiter erhöhen. Denn bei Bränden, Überschwemmungen oder anderen Krisen entscheidet oft nicht nur die verfügbare Technik über den Erfolg eines Einsatzes. Entscheidend ist auch, ob die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt bei den Menschen ankommen, die handeln müssen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.08.2026, 08:13