Weltmeisterin 2021, drei EM-Titel, Olympia-Silber in Peking, Bronze in Pyeongchang, 21 Weltcup-Siege – Madeleine Egle ist im Rodel-Zirkus ein Superstar. Entsprechend groß war die Aufregung im August des Vorjahres.
Egle wurde wegen drei verpasster Dopingtests zu einer Sperre von 20 Monaten verdonnert. "Meine Welt ist zerbrochen", erklärte die Tirolerin damals. Zum Verhängnis wurde ihr der zu lasche Umgang mit dem Kontrollsystem. Profisportler müssen via Handy-App angeben, wo sie sich befinden – nur so sind unangekündigte Tests möglich.
"Jeden Tag muss man eintragen, wo man schläft, wo man seinen Tag verbringt", erklärte Egle, die auch Selbstkritik übte. "Es ist blöd gelaufen. Das ist extrem ärgerlich, weil ich sonst auch ein perfektionistischer Mensch bin. Natürlich braucht es eine Strafe, wenn man Fehler macht. Aber es fällt mir schwer zu verstehen."
Fakt ist: Die Sperre läuft am 31. Oktober 2026 aus. Egle wagt ein Comeback. "Madeleine hat uns gegenüber kommuniziert, dass sie wieder in den Spitzensport zurückkehren und eine weitere Olympiakampagne in Angriff nehmen möchte", sagt Rodel-Cheftrainer Christian Eigentler.
Der Coach weiter: "Ich kann diese Entscheidung nur begrüßen. Madeleine ist sportlich wie sozial ein sehr wichtiger Faktor in unserem Team, ich würde mich sehr freuen, wenn sie wieder dabei ist."
Allerdings sind noch einige Dinge zu besprechen. "Vorab gilt zu klären, ob sie wieder ins Fördersystem aufgenommen wird. Denn ohne Anstellung bei Heer, Polizei, Zoll oder Justizwache ist vielen Spitzensportlern in Österreich die Ausübung ihrer Jobs auf Top-Niveau nicht möglich. Das trifft auch auf Madeleine und sämtliche unserer Rodlerinnen und Rodler zu."