Für George Russell kommt es nach seinem Ausfall beim Grand Prix von Bahrain in Malaysia knüppeldick. Der Mercedes-Star benötigt in Singapur voraussichtlich eine neue Antriebseinheit – und muss deshalb vom Ende des Feldes starten. Besonders bitter: Auch ein geplantes Motoren-Update wird er dadurch wohl verpassen.
Erste Berichte bestätigte Mercedes-Teamchef Toto Wolff mittlerweile. "George Russell braucht einen neuen Motor, er wird in Singapur von hinten losfahren müssen. Das ist besonders frustrierend, leider gehören solche Dinge zum Sport dazu", so der Wiener.
Eigentlich hatte Mercedes die ohnehin unvermeidliche Motorenstrafe erst für den Grand Prix der USA in Austin beim darauffolgenden Rennen eingeplant. Doch der Defekt in Sepang macht dem Rennstall einen Strich durch die Rechnung. Wenige Runden vor Schluss hatte Russell hinter dem Safety-Car ungewöhnliche Geräusche aus seinem Antrieb gemeldet. Wegen auffälliger Sensorwerte stellte Mercedes den W16 sicherheitshalber ab.
Der Motor muss getauscht werden. Da sein erlaubtes Kontingent bereits ausgeschöpft ist, folgt nun die Rückversetzung ans Ende der Startaufstellung. Pro getauschtem Motorenteil werden beim ersten Mal zehn Strafplätze ausgesprochen.
Ausgerechnet auf dem engen Kurs in Singapur ist dies freilich besonders schmerzhaft. Eine Aufholjagd ist dort schwieriger als in Austin – genau deshalb wollte Mercedes mit dem Motorwechsel ursprünglich warten.
Doch es kommt für Russell noch dicker. In Austin sollte er offenbar gleichzeitig eine weiterentwickelte Antriebseinheit erhalten. Die "Silberpfeile" dürfen den Verbrennungsmotor laut ADUO-Regeln ja einmal verbessern. Muss Mercedes den Wechsel bereits in Singapur durchführen, steht dieses Update noch nicht zur Verfügung. Russell müsste somit bis zum Saisonende einen weiteren Motorentausch vornehmen und würde dann noch einmal zurückversetzt werden. Oder er verzichtet gänzlich auf den Motorentausch.
Das Schlimmste daran ist freilich, dass es für Russell den nächsten Rückschlag im WM-Kampf bedeutet. Dort liegt der Brite bereits 84 Punkte hinter seinem Teamkollegen Andrea Kimi Antonelli. Der Motorentausch würde dem Italiener erneut die Chance geben, den Vorsprung noch einmal deutlich zu vergrößern.