Doppelte Vagina – bei Tampon-Frage kam sie drauf

"In welches Loch wird der Tampon eingeführt, links oder rechts?" – Als Tee ihrer Mutter diese Frage stellte, wurde ihr bewusst, etwas stimme nicht.

Mit 16 Jahren merkte die Australierin Tee Bartlett (24) aus New South Wales, dass bei ihr etwas anders war. Als sie ihrer Mutter eine Frage zur korrekten Verwendung von Hygieneartikeln stellte, reagierte diese geschockt. Der damalige Teenie wollte nämlich wissen:

"In welches Loch wird der Tampon eingeführt, links oder rechts?"

Erst da wurde der jungen Frau klar: zwei Vaginalöffnungen sind nicht normal. Schließlich wandte sie sich an einige Ärzte, um der Sache auf den Grund zu gehen. Die Diagnose lautete: Vaginalseptum. Das bedeutet, die Frau hatte eine dünne Trennwand in ihrer Vagina – gar kein so seltenes Phänomen, wie sie später herausfinden sollte. Über Social Media möchte sie nun darauf aufmerksam machen und weiteren Betroffenen helfen, ihnen ihr Schamgefühl nehmen.

Wie kam es zur Diagnose?

Bis Tee damals die richtige Diagnose gestellt bekommen hatte, dauerte es allerdings eine Weile. Bei ihrer ersten Anlaufstelle wurde sie mit ihrem Problem nicht ernstgenommen, schildert die heute 24-Jährige. Alles sei ganz normal, hieß es damals: "Die beiden Ärzte haben alles ignoriert, was ich gesagt habe und mich für verrückt erklärt. Der zweite Arzt hat es sich sogar angeguckt und gesagt 'Nein, das ist normal'."

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Daraufhin entschloss sie sich, einen weiteren Arzt aufzusuchen. Hier konnte ihr schließlich geholfen werden. Nach einer Untersuchung stellte der Mediziner fest: Tee hat zwei Vaginalöffnungen. Er informierte sie darüber, dass dies Komplikationen beim Geschlechtsverkehr und einer Geburt mit sich bringen könne.

Die Diagnose: Vaginalseptum. 
Die Diagnose: Vaginalseptum. Tee Bartlett/ Caters News Agency

Scheidewand bei Babys im Mutterleib

Aus diesem Grund fasste die junge Frau damals den Entschluss, sich mit 17 Jahren einer Operation zu unterziehen. Im Rahmen dieses Eingriffs wurde die Trennwand entfernt.

"Diese Scheidewand ist bei Babys im Mutterleib nichts Unübliches, aber normalerweise löst sie sich irgendwann auf. Meine war aber etwas dicker und länger als normal, deswegen hat sie sich nicht aufgelöst und musste operativ entfernt werden", erinnert sich Tee zurück. 

Unterstützung vom Freund

Unterstützung erhielt die junge Frau die gesamte zeit über von ihrem Freund. "Mein Freund von damals ist auch heute noch mein Freund und für ihn war es kein Problem, als ich es ihm erzählt habe."

 Seit die Australierin ihre Geschichte mit der Öffentlichkeit teilt, fällt es ihr viel leichter, damit umzugehen:

"Es gibt so viele Mädchen, die kommentieren, dass sie etwas ähnliches erlebt haben und nicht wussten, dass es nicht normal ist. Ich dachte wirklich eine Zeit lang, dass ich ein Idiot bin, weil ich nicht gemerkt habe, dass man da unten nicht zwei Öffnungen haben sollte. Aber jetzt mache ich mir keine Gedanken mehr darum."

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