Österreichs Leistung gegen Argentinien war brav, für einen Sieg gegen den Weltmeister braucht es aber mehr – einen Top-Tag!
Den hatte Österreich beim 0:2 nicht. In Hälfte eins sah ich kein Pressing, dafür einen Mittelfeld-Block und den Versuch, Nadelstiche zu setzen. Hälfte zwei war besser – mit mehr Kontrolle und Ballstafetten. Eine echte Torchance hatten wir aber nicht.
Lionel Messi hätte uns vier Tore schießen können oder müssen. Beim Elfer hat ihn der starke Goalie Schlager geschickt irritiert. Argentinien war abgezockt – und vorn richtet es ihr Messias Messi, auf den das komplette Spiel zugeschnitten ist.
Die Attacke vor Messis 1:0 von Mac Allister an Schlager ist für mich ein Foul. Der Schiri ließ aber hart spielen, viel durchgehen – darum überraschte es mich nicht, dass er in dieser Szene weiterspielen ließ.
Die Kritik der ÖFB-Spieler, dass fast alle 50:50-Entscheidungen pro Argentinien ausfielen, kann ich verstehen. So war es auch. Mac Allister oder De Paul gehen aber sehr clever in diese Zweikämpfe und sind auch Weltmeister bei den versteckten Fouls.
Der Blick muss jetzt nach vorne gehen. Zwei Spiele, ein Sieg, drei Punkte – mit dieser Ausbeute konnte man vor der WM zu diesem Zeitpunkt rechnen. Es gibt jetzt ein "Endspiel" gegen Algerien. Weil es das letzte Spiel der Gruppenphase ist, werden wir schon vor Anpfiff wissen, was nötig sein wird und auf wen wir dann in der K.o.-Runde treffen. Nach aktuellem Stand wäre Platz drei besser als Rang zwei: Kanada oder die Schweiz sind leichter als die Spanier beim zweiten Rang.
Teamchef Rangnick wird auch dafür einen Plan parat haben. Ich glaube, dass Österreich trotzdem auf Sieg spielt. Steht es aber in Minute 70 noch 0:0, dann wird die Taktik Regie führen.