Abgemagerte Kühe, verdreckte Böden und Kälber, die an kurzen Stricken festgebunden sein sollen: Anonym zugespieltes Foto- und Videomaterial aus einem Rinderbetrieb im Bezirk Braunau alarmiert derzeit den Tierschutzverein "RespekTiere". Die Aufnahmen sollen an mehreren Tagen entstanden sein.
Laut der Organisation werden in dem Betrieb sowohl Milchkühe als auch Maststiere gehalten. Mehrere Zeugen hätten berichtet, seit Jahren kein Tier mehr im Freien gesehen zu haben. Auf den Bildern sind angekettete Vierbeiner und stark verschmutzte Stallbereiche zu erkennen. Einzelne Kühe wirken auffallend dünn.
Besonders problematisch seien laut RespekTiere die offenbar zu kurzen Standplätze. Mehrere Tiere müssten demnach teilweise auf Gittern oder unmittelbar neben dem Güllekanal liegen. Anderes Vieh werde auf engem Raum und Vollspaltenboden gehalten.
Ob dabei sämtliche gesetzlichen Vorgaben befolgt werden, müssen nun die zuständigen Stellen klären. Schwere Vorwürfe erhebt der Verein auch wegen der Haltung der Kälber. Mehrere Jungtiere sollen mit kurzen Stricken fixiert worden sein.
Manche wirkten abgemagert, hätten stumpfes Fell und seien von zahlreichen Fliegen umgeben gewesen. Bei einem Kalb sei zudem eine größere Wunde über dem Auge zu erkennen. Auch fehlende Ohrmarken werden beanstandet. Diese müssen bei Rindern grundsätzlich innerhalb einer gesetzlich festgelegten Frist angebracht werden.
RespekTiere vermutet außerdem, zumindest eine Kuh könnte mit einer verbotenen Kopfanbindung fixiert worden sein. Der Verein betont, dass es sich nach seiner Einschätzung nicht bloß um eine kurzfristige Ausnahmesituation handle. Als Beleg verweist er auf Aufnahmen von verschiedenen Tagen.
RespekTiere hat nach eigenen Angaben Anzeige erstattet und sowohl die Behörde als auch die Polizei informiert. Auf "Heute"-Anfrage bestätigt die zuständige Abteilung Ernährungssicherheit und Veterinärwesen des Landes OÖ, dass der Fall bereits geprüft werde. Das Verfahren sei derzeit noch "im Gange", nähere Auskünfte könne man deshalb noch nicht geben.