Familie gibt nicht auf

Tochter schwer krank – muss von 360 Euro leben

Eine 25-Jährige aus Ried leidet an schweren psychischen Erkrankungen. Ihr wurde die erhöhte Familienbeihilfe gestrichen – ein finanzielles Drama.
Michael Pollak
06.08.2026, 05:45
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Seit Jahren kämpft Olivia, eine junge Frau aus Ried, mit schweren psychischen Erkrankungen. Die 25-Jährige leidet an Borderline, Angstzuständen, einer Sozialphobie und Zwangsstörungen. Dennoch wurde ihr jetzt die erhöhte Familienbeihilfe gestrichen. Für die Familie ist das ein harter Rückschlag, jetzt bekommt sie laut Familie nur 360 Euro pro Monat.

"Meine Tochter bekam bis dato die erhöhte Beihilfe, da sie unter starken psychischen Problemen leidet. Sie hat einen Behinderungsgrad von 50 Prozent", erzählt ihre Mutter Sabine S. im Gespräch mit "Heute".

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"Kann nicht unter Menschen sein"

Der Alltag Olivias sei von ihrer Erkrankung geprägt. Ihre Mutter beschreibt: "Sie fürchtet sich vor lauten Geräuschen. Sie kann nicht unter Menschen sein. Beim Einkaufen, sofern sie es schafft, bekommt sie starke Schweißausbrüche und übergibt sich in der Sekunde."

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln könne ihre Tochter nicht fahren. "Die Panik und Nervosität bei Terminen ist extrem hoch." Therapien absolviert sie deshalb online.

Auch zu Hause braucht ihre Tochter Unterstützung. "Sie hat keine Impulskontrolle und bekommt auch den Haushalt nicht in den Griff." Deshalb wohnt die 25-Jährige unter der Wohnung ihrer Mutter: "Wir haben den gleichen Zugang zur Dachterrasse, damit ich gleich da bin, wenn etwas ist."

"Nicht selbst erhaltungsfähig"

Seit 2024 kämpft die Familie darum, dass die 25-Jährige eine Berufsunfähigkeits-Pension erhält. Zahlreiche Termine hätten sie bereits hinter sich. "Einige davon waren weit weg, da musste uns, aufgrund Olivias Panik, jedes Mal jemand mit dem Auto hinbringen."

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Sabine S.: "In allen bisherigen Befunden steht, dass meine Tochter nicht selbst erhaltungsfähig ist." Umso größer war jetzt der Schock, als die erhöhte Familienbeihilfe gestrichen wurde.

Laut einem neuen Gutachten (von der Pensionsversicherung PVA initiiert) sei ihre Tochter jetzt plötzlich bis zu 20 Stunden arbeitsfähig. Allerdings mit Einschränkungen: nicht in der Früh oder am Abend, nicht mit Menschen. Lange stehen oder sitzen soll Olivia auch nicht. Außerdem solle sie laut Gutachten öffentliche Verkehrsmittel außerhalb der Stoßzeiten nutzen und dürfe bis zu zehn Kilogramm tragen.

"Was bleibt?", fragt die Mutter.

Besonders unverständlich ist für Mutter Sabine S., dass sich die Ärztin des Finanzamtes ausgerechnet auf dieses eine Gutachten gestützt habe. Laut der Mutter habe diese erklärt, "eine Besserung in den nächsten sechs Monaten" sei möglich.

"Meine Tochter leidet ihr ganzes Leben lang an dieser Krankheit. Atteste gibt es seit 2012", sagt die Mutter verzweifelt und fragt: "Was genau soll in sechs Monaten besser werden, dass man ein Leben lang hat und seit dem Tod des Vaters vor einem Jahr noch schlimmer geworden ist?"

Auf Anfrage von "Heute" erklärt das Finanzministerium: "Aus datenschutzrechtlichen Gründen kann das BMF (Anm.: Bundesministerium für Finanzen) keine Auskünfte zu Einzelfällen erteilen. Grundsätzlich ist das Finanzamt als auszahlende Stelle an die relevanten Begutachtungen gebunden."

Die Mutter gibt dennoch nicht auf. Sie hat erneut die erhöhte Familienbeihilfe beantragt, "jetzt wartet auf uns entweder eine schnelle, neuerliche Absage oder eine neue Untersuchung. Noch haben wir Hoffnung!" Ihre Hoffnung wäre ein neuerliches Gutachten.

{title && {title} } POM, {title && {title} } 06.08.2026, 05:45