Spritzen, Drogendeals, Gewalt

Drogen-Hotspot U6 – Bezirke erhöhen jetzt den Druck

Rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße wächst der Druck; Beschwerden nehmen zu. Die Bezirke fordern mehr Polizei, Videoüberwachung und Lösungen.
Wien Heute
28.09.2026, 08:10
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Rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße und den Jedmayer spitzt sich die Debatte um Drogenkonsum und Sicherheitsprobleme weiter zu. Die ÖVP in den Bezirken Mariahilf und Rudolfsheim-Fünfhaus erhöht nun den Druck auf die Wiener Stadtregierung und fordert konkrete Maßnahmen.

In den Bezirksparlamenten wurden mehrere Anträge beschlossen. In Mariahilf geht es unter anderem um Videoüberwachung bei der U6-Station und eine stärkere wohnortnahe Organisation der Substitutionsbehandlung. Zudem soll ein Sicherheitsgipfel mit Stadt, Suchthilfe, Polizei und Wiener Linien die Situation rund um den Jedmayer beraten.

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Belastung nimmt zu

Auch im 15. Bezirk wurden Maßnahmen beschlossen. Die Reinigungsintervalle rund um die U6-Station sollen erhöht werden, außerdem ist eine Bürgerversammlung geplant. Bereits im Juni hatte es auf Mariahilfer Seite eine Anrainerversammlung gegeben.

Felix Ofner, Obmann der ÖVP Rudolfsheim-Fünfhaus und Gerhard Hammerer, Obmann der ÖVP Mariahilf (v.l.) fordern ein Gesamtkonzept für die Situation rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße.
ÖVP Wien

Wie groß die Belastung ist, zeigt laut ÖVP ein Blick auf die Zahlen: 2025 entfielen mehr als 82 Prozent aller Wiener Spritzentauschkontakte auf den Jedmayer. Mariahilf kam auf 25,8 Suchtmitteldelikte pro 1.000 Einwohner – beinahe das Fünffache des Wiener Durchschnitts von 5,5. In Rudolfsheim-Fünfhaus waren es 9,2 Delikte pro 1.000 Einwohner.

"Drogenhotspot Nummer eins in Wien"

Auch die Rettungseinsätze rund um den Jedmayer sind hoch: 2025 rückte sie laut ÖVP 426 Mal aus. Zudem wird von Beschwerden über offenen Drogenkonsum, gebrauchte Spritzen, Verschmutzungen und blockierte Hauseingänge berichtet.

"Diese Zahlen lassen keinen Raum mehr für Beschwichtigungen. Rund um den Jedmayer und die U6-Station hat sich der Drogenhotspot Nummer eins in Wien verfestigt. Ein einzelnes Grätzel kann nicht dauerhaft die Hauptlast der Drogenproblematik einer Zwei-Millionen-Stadt tragen", so die ÖVP-Bezirksobleute Gerhard Hammerer und Felix Ofner.

15. Bezirk legt Forderungen vor

Auch die Bezirksvorstehung Rudolfsheim-Fünfhaus hatte am Freitag bei einem Mediengespräch die Situation rund um die Gumpendorfer Straße thematisiert. Demnach seien heuer deutlich mehr Bürgerbeschwerden als im Vorjahr eingelangt. Gemeldet werden nicht nur Drogenkonsum im öffentlichen Raum, sondern auch Drogenverkauf, körperliche Gewalt und Hauseinbrüche.

Bezirksvorsteher des 15. Bezirks, Dietmar Baurecht und Gemeinderätin Claudia Laschan fordern Maßnahmen.
Denise Auer

Bezirksseitig wurden bereits die soziale Arbeit budgetär aufgestockt, Reinigungsintervalle erhöht und zusätzliche Beleuchtungsmaßnahmen vorbereitet. Zudem laufen Gespräche mit Suchthilfe, Polizei, Medizin, Sozialer Arbeit und Verkehrsdienstleistern.

Für eine Entlastung fordert die Bezirksvorstehung unter anderem mehr uniformierte und zivile Polizeikräfte im 15. Bezirk sowie eine fixe Polizeiinspektion bei der U6-Station Gumpendorfer Straße. Auch legale Konsumräume stehen auf der Forderungsliste. Ziel sei es, den Drogenhandel aus dem öffentlichen Raum zurückzudrängen, Konflikte etwa in Parks und Hundezonen zu reduzieren und das Sicherheitsgefühl der Anrainer zu erhöhen.

red,28.09.2026, 08:10
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