Brisante neue Untersuchung der Dokumentationsstelle Politischer Islam: Sie zeigt, wie tief die Hisbollah – in vielen Ländern als Terror-Organisation eingestuft – in Europa verankert ist. Die Gruppe finanziert sich laut Bericht auch durch Drogenhandel, Geldwäsche und Schmuggel, Österreich spielt dabei eine größere Rolle, als viele vermuten.
In Klagenfurt wurde ein Hisbollah-Kommandeur zu mehreren Jahren Haft verurteilt (2020 und 2021). Laut Gericht war er seit 2006 Mitglied der Organisation, rekrutierte rund 250 Personen und war an ideologischen Schulungen sowie militärischen Ausbildungen beteiligt. Zudem soll er über Jahre hinweg an der Finanzierung der Hisbollah mitgewirkt haben.
Fall aus Salzburg: 2021 wurde hier ein internationales Drogennetzwerk zerschlagen. Die Täter schmuggelten große Mengen Captagon und Kokain – versteckt etwa in Pizzaöfen oder Waschmaschinen – quer durch Europa bis nach Saudi-Arabien. Eine Pizzeria diente dabei als Tarnung. Mehrere Beteiligte wurden im Zuge der "Operation El Capta" verurteilt.
Die "religiös extremistische" Hisbollah wird hauptsächlich aus dem Iran finanziert. Bei vielen Operationen arbeitet sie eng mit den iranischen Islamischen Revolutionsgarden zusammen, die seit Anfang 2026 von der EU als Terrororganisationen geführt werden.
Die neue Studie, erstellt in Kooperation mit dem Chatham House London, zeigt klar: Die Organisation baut ihre Finanzstrukturen gezielt auf und verknüpft dabei legale und illegale Geschäfte. Ein zentrales Problem bleibt, dass in vielen EU-Ländern – auch in Österreich – nur der militärische Arm als terroristisch gilt. Der politische Teil kann dadurch weiterhin legal auftreten und etwa Spenden sammeln.
Gleichzeitig warnen Experten: Unterschiedliche Regelungen innerhalb der EU erleichtern solche Aktivitäten zusätzlich. Auch neue Methoden wie Kryptowährungen werden genutzt, um Geldflüsse immer schwerer nachvollziehbar zu machen.