Sie vertrete eine "radikale Vision des Islam" und widerspreche "den Werten der liberalen Demokratie, des Pluralismus und der sozialen Integration". Mit diesen Worten warnt ein Bericht des israelischen Ministeriums für Diaspora-Angelegenheiten und den Kampf gegen Antisemitismus vor der Muslimbruderschaft.
Demnach sei die Bewegung keineswegs eine Randerscheinung, vielmehr würde sie ein organisatorisches Netz mit Reichweite darstellen, welches in Europa aktiv sein soll. Auch die Bundeshauptstadt Wien soll betroffen sein.
Dabei soll sie weniger auf laute Auftritte als auf stille Methoden setzen. Die Ziele seien Einfluss, das Schaffen ideologischer Andockstellen sowie Strukturen, die nicht mit einem offenen Bruch, sondern mit Anpassung arbeiten würden, schreibt die "Kronen Zeitung".
Dies dürfte auch der österreichischen Dokumentationsstelle Politischer Islam aufgefallen sein. So heißt es in dem aktuellen Jahresbericht, dass mit dem Islamismus verbundene transnationale Organisationen versuchen wollen, "gesellschaftliche Änderungen auf gesetzeskonforme Weise" zu erzielen. Dies würde beispielsweise durch Beteiligung am politischen Prozess geschehen.
Durch Vereine, Bildungsarbeit, religiöse Angebote, gesellschaftliche Kontakte und Einfluss auf Debatten wolle man sich in Europa etablieren. In Wien steht den Berichten zufolge das Islamische Zentrum Imam Ali (IZIA) im Fokus.
Dort bilde man Vereine, Firmen und informelle Netzwerken. Auch eine Rede des verstorbenen iranischen Ober-Mullahs Ajatollah Ali Chamenei soll dort übertragen worden sein. In dieser wurde offen zum Aufbau dschihadistischer Organisationen aufgerufen.
Zudem soll sich das IZIA hierzulande an Al-Quds-Demos beteiligt haben, auf denen zur Vernichtung Israels aufgerufen worden sei. Des Weiteren wurde dem IZIA im Verfassungsschutzbericht von 2023 vorgeworfen, als Rückzugsort für Hisbollah-Mitglieder in Wien gedient zu haben.
Besonders besorgt blickt die Wiener Gemeinderätin Caroline Hungerländer (ÖVP) auf den nunmehrigen Bericht. Gegenüber der "Kronen Zeitung" spricht die Stadt-Politikerin eine klare Warnung aus. Ihr zufolge müsse der Bericht aufrütteln.
Demnach dürfe die Politik den Politischen Islam nicht weiter hofieren, nur um Wählerstimmen abzugreifen. "Wer sich mit dem Teufel ins Bett legt, wird auch neben ihm aufwachen", gibt Hungerländer zu bedenken.