Gewalt, Böller, Verletzte

Platzsturm bei Derby – Prozess ist Hochsicherheitszone

Heftige Ausschreitungen, Bengalos, etliche Verletzte – so endete das Wiener Derby im Herbst 2024. Jetzt startet der Monster-Prozess gegen Hooligans.
16.03.2026, 09:20
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Montag, 9 Uhr früh, das Wiener Landesgericht ist ein Hochsicherheitstrakt. Ein Großaufgebot der Polizei sichert den Prozessauftakt am Landl, um Szenen wie in Hütteldorf schon im Vorfeld zu unterbinden. Die Angeklagten – mit zum Teil einschlägigen Tattoos – verdecken ihre Gesichter, gaben sich zum Prozessauftakt, anders als im Stadion, eher schüchtern.

Star-Verteidiger Werner Tomanek kurz vor Prozessstart: "Derbygewalt gibt’s nicht nur in Österreich. In Griechenland oder auch in der Slowakei bist du bei einem Derby in Lebensgefahr", so der Fußballfan. Einer der Angeklagten kommt zum Ankick im Saal 103 gleich einmal zu spät.

Streng bewachte Angeklagte am Weg zum Prozess.
Denise Auer

Schon alleine die Aufnahme der Daten der22 Angeklagten dauert eine ganze Halbzeit. Brav und höflich wie Servicekräfte im Stadion geben die zum Teil wegen Gewalt, Drohungen und Verstößen gegen das Waffengesetz mehrfach vorbestraften Hooligans Auskunft.

Rückblick: Das 343. Wiener Derby im September 2024 mündete in wüsten Ausschreitungen. Bengalos und andere Feuerwerkskörper wurden ab der zweiten Matchhälfte gezündet. Nur wenige Minuten nach Schlusspfiff wurde das Stadion in Wien-Hütteldorf endgültig zur Kampfarena.

Mistkübel flogen durch die Luft

Fans beider Vereine stürmten das Feld. Es kam zu wilden Schlägereien, Mistkübel, Fahnenstangen, bengalische Feuer – alles wurde eingesetzt. Die Polizei schritt sofort ein.

Austria-Fans – sie waren teilweise vermummt – schossen Böller auf die Osttribüne, dort saßen Familien mit Kindern. Rapid-Anhänger konterten mit Feuerwerkskörpern, die sie auf ihre Gegner richteten. Es gab mehrere Schwerverletzte, darunter einige Polizisten.

Heute Montag begann der Mega-Prozess gegen die Fans. 22 Männer – im Alter zwischen 19 und 62 Jahren – sind angeklagt wegen "schwerer gemeinschaftlicher Gewalt". Die meisten der Fans auf der Anklagebank gehören dem Austria-Lager an.

An insgesamt elf Prozesstagen bis zum 21. April wird der Fußball-Skandal aufgearbeitet.

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