Die Protestbewegung der Cockroach Janata Party (CJP) hält weiter an. Trotz des heftigen Monsunregens, der seit Neuem in Indiens Hauptstadt Neu-Delhi wütet, lassen sich die Protestierenden nicht unterkriegen. Mehrere Wochen lang sitzen die Anhänger der CJP schon am Jantar Mantar und fordern Bildungsreformen und den Rücktritt des Bildungsministers.
Am Dienstag bekam die Cockroach Janata Party prominente Unterstützung. Führende Politiker der größten Oppositionspartei Congress schlossen sich den Protesten der Bewegung an. Unter anderem kamen ihnen Parteichef Mallikarjun Kharge und Oppositionsführer Rahul Gandhi zur Unterstützung, um vor dem Sitz des Premierministers zu demonstrieren.
Schon am Montag marschierten zehntausende Demonstranten zum Parlament. Die Polizei konnte diesen Protestmarsch nur durch den Einsatz von Tränengas und Schlagstöcken zurückhalten. Bei den Ausschreitungen kam es zu bis zu 60 Verletzten, unter denen sich auch Beamte der Polizei befinden. Daraufhin räumten sie die Zelt- und Lagerplätze der Protestierenden am Jantar Mantar. Trotzdem weigern sich die Aktivisten den Jantar Mantar zu verlassen und fahren mit einem Sitzstreik fort.
Oppositionsführer Rahul Gandhi warf der Regierung vor, eine Debatte über den Polizeieinsatz im Parlament verhindert zu haben. "Es war für uns sehr klar, dass die Regierung kein Interesse an einer Debatte hatte", wie die "Times of India" berichtet. Deshalb habe sich der Kongress zu den Protesten vor dem Amtssitz von Premier Narendra Modi entschlossen.
Bildungsminister Dharmendra Pradhan wies die Vorwürfe zurück. "Selbst nachdem die Regierung ihre Bereitschaft zu einer umfassenden Diskussion mitgeteilt hatte, wählte der Kongress politisches Spektakel statt demokratischer Debatte", schrieb er auf X. Zudem warf er Rahul Gandhi und seiner Partei vor, Studenten als "politische Werkzeuge" zu missbrauchen. Die Regierung bleibe entschlossen, die Sorgen der Studierenden zu diskutieren und Reformen umzusetzen.
Auslöser der Proteste ist ein Skandal um manipulierte Aufnahmeprüfungen für Medizinstudiengänge. Die CJP fordert Konsequenzen und den Rücktritt des Bildungsministers. Die ursprünglich als satirische Bewegung gegründete CJP hat sich mittlerweile zur wohl größten Protestbewegung gegen Premier Modi in dessen dritter Amtszeit entwickelt. Inzwischen finden auch in Mumbai, Bengaluru, Hyderabad und Ahmedabad Solidaritätskundgebungen statt.