5.000 Euro monatlich

Lehrerin im Dauerkrankenstand kämpft um volles Gehalt

17 Jahre lang war eine Lehrerin im Krankenstand. Jetzt bringt eine Klage den spektakulären Fall erneut in die Schlagzeilen.
Newsdesk Heute
23.07.2026, 10:58
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Fast zwei Jahrzehnte lang war der Fall kaum jemandem aufgefallen, jetzt zieht er immer größere Kreise. Eine Lehrerin aus dem deutschen Duisburg, die seit rund 17 Jahren ununterbrochen im Krankenstand war, beschäftigt inzwischen nicht nur Gerichte, sondern auch die Staatsanwaltschaft. Während über ihre Zukunft entschieden wird, rückt zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, wie ein derart langer Krankenstand überhaupt möglich war.

Die heute 62-Jährige arbeitete zwischen 2003 und 2009 an einem Berufskolleg in Nordrhein-Westfalen. Danach legte sie wegen einer psychischen Erkrankung fortlaufend Krankenstandsbestätigungen vor. Weil sie verbeamtet war, erhielt sie während dieser Zeit weiterhin ihre regulären Dienstbezüge. Nach den geltenden Besoldungstabellen belief sich ihr monatliches Bruttogehalt zuletzt auf zwischen 5.051 und 6.174 Euro.

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Erst eine amtsärztliche Untersuchung brachte Bewegung in den außergewöhnlichen Fall. Der Amtsarzt kam zum Schluss, dass nicht zu erwarten sei, dass die Lehrerin innerhalb der nächsten sechs Monate wieder dienstfähig werde. Daraufhin ordnete die zuständige Bezirksregierung Ende Mai ihre Versetzung in den Ruhestand an. Seit Juni erhält die Pädagogin deshalb nur noch ihre Pension, die nach deutschen Medienberichten deutlich unter ihrem bisherigen Einkommen liegt.

Verfahren könnte Lehrerin noch mehr Geld bringen

Doch damit will sich die Frau nicht abfinden. Sie hat gegen ihre Versetzung in den Ruhestand Klage beim Verwaltungsgericht Düsseldorf eingebracht. Das Gericht bestätigte inzwischen den Eingang der Klage. Bis zu einer Entscheidung bleibt offen, ob die Lehrerin dauerhaft Anspruch auf ihre bisherigen Dienstbezüge hat. Der über die Pension hinausgehende Betrag wird derzeit vorsorglich einbehalten. Sollte das Gericht ihrer Klage stattgeben, müsste das Geld nachträglich ausbezahlt werden.

Die Lehrerin aus Duisburg ist seit mehr als 17 Jahren krankgeschrieben und kassiert trotzdem ihr volles Gehalt.
zVg

Parallel dazu laufen strafrechtliche Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft Duisburg prüft den Verdacht, dass die Frau trotz ihrer gemeldeten Dienstunfähigkeit anderen beruflichen Tätigkeiten nachgegangen sein könnte. Bei einer Hausdurchsuchung wurden Datenträger und weitere Unterlagen sichergestellt, die nun ausgewertet werden. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Im Mittelpunkt steht unter anderem der Verdacht, dass die Lehrerin zeitweise als Heilpraktikerin gearbeitet haben könnte. Außerdem entwickelte sie gemeinsam mit ihrer Partnerin im Jahr 2011 eine Handcreme gegen trockene Haut. Mit diesem Produkt erreichte das Duo bei einem Gründungswettbewerb den dritten Platz und erhielt ein Preisgeld von 5.000 Euro. Ob diese Aktivitäten Auswirkungen auf das Verfahren haben, muss nun geklärt werden.

Viele stellen sich nun eine einzige Frage

Der Fall sorgt in Deutschland inzwischen weit über Nordrhein-Westfalen hinaus für Diskussionen. Viele fragen sich, weshalb der Gesundheitszustand der Lehrerin über Jahre hinweg nicht amtsärztlich überprüft wurde. Erst nachdem eine Untersuchung angeordnet worden war, kam es zur Entscheidung über ihre Versetzung in den Ruhestand. Genau dieser Schritt wird nun vor Gericht überprüft.

Ob die 62-Jährige letztlich wieder Anspruch auf ihre vollen Bezüge erhält oder die Versetzung in den Ruhestand bestehen bleibt, ist derzeit völlig offen. Ebenso unklar ist, welche Folgen die laufenden Ermittlungen haben werden. Fest steht aber schon jetzt: Der außergewöhnliche Fall entwickelt sich immer mehr zu einer Grundsatzdebatte über den Umgang mit langjährigen Krankenständen im öffentlichen Dienst.

{title && {title} } red, {title && {title} } 23.07.2026, 10:58