Eine 62-jährige Lehrerin aus Duisburg sorgt in Deutschland für Aufsehen. Obwohl sie seit beinahe 17 Jahren durchgehend krankgeschrieben ist, wird sie als Beamtin weiterhin voll bezahlt. Jetzt soll sie in den Ruhestand versetzt werden - dagegen zieht sie laut BILD nun aber vor Gericht.
Die Studienrätin unterrichtete zwischen 2003 und 2009 an einem Berufskolleg im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Danach legte sie wegen eines psychischen Leidens laufend Krankenstände vor. Seither war sie nicht mehr im Schuldienst tätig, berichtet die deutsche Boulevardzeitung.
Trotzdem erhält die Beamtin laut deutscher Besoldungstabelle weiterhin ihr Gehalt. Dieses liegt dem Bericht zufolge zwischen 5.051 und 6.174 Euro brutto pro Monat.
Mittlerweile wurde die 62-Jährige laut BILD amtsärztlich untersucht. Das Ergebnis: Eine Rückkehr in den Schuldienst sei innerhalb der nächsten sechs Monate nicht zu erwarten. Daraufhin ordnete die Bezirksregierung Ende Mai an, "die Beamtin in den Ruhestand zu versetzen". Damit müsste sie künftig mit einer niedrigeren Pension auskommen. Laut Bericht würde sie dadurch monatlich rund 1.500 bis 2.000 Euro brutto verlieren.
Gegen diese Entscheidung hat die Lehrerin Klage eingebracht. "Wir können bestätigen, dass die von Ihnen benannte Lehrerin Klage gegen ihre Versetzung in den Ruhestand erhoben hat. Die Klage ist am 29. Juni 2026 hier eingegangen", bestätigte ein Sprecher des Verwaltungsgerichts Düsseldorf gegenüber der BILD.
Bis über die Klage entschieden ist, erhält die Lehrerin weiterhin ihr volles Gehalt. Wann das Gericht ein Urteil fällt, ist derzeit noch offen. Zunächst muss die Bezirksregierung Düsseldorf Stellung zur Klage nehmen, heißt es im Bericht weiter.
Unabhängig davon laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Duisburg gegen die 62-Jährige. Im Raum steht unter anderem der Verdacht, sie könnte während ihrer langen Krankenstände als Heilpraktikerin gearbeitet haben.
Außerdem entwickelte sie laut Bericht gemeinsam mit ihrer Partnerin im Jahr 2011 eine Handcreme gegen trockene Haut. Mit dem Produkt erreichten die beiden beim Wettbewerb "Benchmark Award.Med NRW" den dritten Platz und erhielten 5.000 Euro Preisgeld.
Im Zuge der Ermittlungen wurde laut "Spiegel" auch die Wohnung der Lehrerin durchsucht. Dabei sei "potenziell beweiserhebliches Material" sichergestellt worden. Mehrere Datenträger werden derzeit ausgewertet.