Verbotene Gourmet-Zutat

Ameisen am Dessert – Top-Gastronom droht Gefängnis

Ein Zwei-Sterne-Restaurant in Seoul servierte jahrelang Sorbet mit Ameisen. Nun drohen dem Besitzer Haft und eine hohe Geldstrafe.
Newsdesk Heute
23.07.2026, 10:37
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Ein Dessert könnte für den Besitzer eines Spitzenrestaurants in Südkorea ein bitteres Nachspiel haben. Der Gastronom soll getrocknete Ameisen aus den USA und Thailand importiert und damit jahrelang Sorbet garniert haben.

Das Problem: Ameisen sind in Südkorea nicht als Lebensmittel zugelassen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Restaurant deshalb einen Verstoß gegen das Lebensmittelhygienegesetz vor.

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Sie fordert für den Besitzer des mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Lokals ein Jahr Gefängnis. Gegen die Betreibergesellschaft soll außerdem eine Geldstrafe von 20 Millionen Won, umgerechnet rund 12.000 Euro, verhängt werden.

41.000 Ameisen auf Desserts

Von April 2021 bis Jänner 2025 soll das Restaurant mehr als 12.200 Portionen Sorbet mit den verbotenen Insekten serviert haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass dabei rund 41.000 Ameisen verarbeitet wurden.

Mit dem Dessert soll das Lokal einen Umsatz von rund 120 Millionen Won erzielt haben. Das entspricht nach der im Verfahren verwendeten Umrechnung etwa 72.000 Euro.

Der Restaurantbesitzer gab vor Gericht zu, Ameisen verwendet zu haben. Die Berechnungen der Staatsanwaltschaft bestreitet er allerdings. Die Garnitur sei nur ein kleiner Bestandteil eines insgesamt 15 Gänge umfassenden Degustationsmenüs gewesen.

Gäste konnten Ameisen ablehnen

Nach Angaben der Verteidigung wurden die Gäste ausdrücklich über die Zutat informiert. Sie hätten sich auch für fermentierten Essig oder essbare Blüten als Garnitur entscheiden können.

Nur rund 60 Prozent der Gäste sollen tatsächlich die Ameisen gewählt haben. Die Staatsanwaltschaft geht hingegen davon aus, dass das Topping grundsätzlich jedem Gast serviert wurde.

Aufgeflogen ist die ungewöhnliche Zutat offenbar durch Fotos im Internet. Mitarbeiter der südkoreanischen Lebensmittelbehörde entdeckten Restaurantbewertungen, auf denen die mit Ameisen bestreuten Desserts zu sehen waren.

Schwermetallwerte sorgen für Wirbel

Zusätzliche Brisanz bekam der Fall durch Laboruntersuchungen. Demnach sollen die verwendeten Ameisen deutlich höhere Schwermetallkonzentrationen aufgewiesen haben als jene Insektenarten, die in Südkorea als Lebensmittel erlaubt sind.

Die gemessenen Werte sollen teilweise bis zu 55-mal höher gewesen sein. Ob die servierten Mengen tatsächlich eine Gefahr für die Gesundheit der Gäste darstellten, ist allerdings nicht bekannt.

In Südkorea dürfen nur bestimmte Insekten gegessen und verkauft werden. Dazu zählen etwa Heuschrecken und Zweifleckgrillen. Neue Arten müssen vor ihrer Zulassung umfassend auf Giftstoffe, Nährwert, Hygiene und mögliche Gesundheitsrisiken geprüft werden.

Ameisen gelten anderswo als Delikatesse

Die Verteidigung betonte, dass Ameisen in anderen Ländern durchaus zur gehobenen Gastronomie gehören. Auch Spitzenrestaurants in Australien, Dänemark und Großbritannien verwenden bestimmte Ameisenarten als Zutat.

In Teilen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas stehen Ameisen schon lange auf dem Speiseplan. In Thailand und Kambodscha werden etwa Weberameisen und deren Eier in Suppen, Salaten und Currys verarbeitet.

Der Name des betroffenen Restaurants wurde nicht veröffentlicht. Bekannt ist nur, dass es zu den zehn Lokalen in Seoul gehört, die mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet sind.

Das Urteil soll am 2. September fallen. Ob der Ameisen-Wirbel auch Folgen für die Michelin-Sterne hat, ist noch offen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 23.07.2026, 10:37