Es sollte der nächste große Schritt Richtung Superstar sein, doch was sich aktuell bei "Deutschland sucht den Superstar" abspielt, wirkt eher wie ein Rückschritt.
30 Kandidaten, ein knallharter Cut auf 15 – und trotzdem fragt man sich: Wer davon soll bitte ein Star sein?
Selbst Jury-Chef Dieter Bohlen zieht das Tempo brutal an, lässt die Teilnehmer im Europa-Park im Akkord gegeneinander antreten. Doch anstatt zu glänzen, stolpern viele durch ihre Performances. Texte sitzen nicht, Töne wackeln – und echte Gänsehaut-Momente? Fehlanzeige.
Besonders bitter: Sogar ein erfahrener Rückkehrer wie Menowin Fröhlich schwächelt. Beim Versuch, einen aktuellen Hit zu performen, geht mehr daneben als richtig. Text vergessen, Unsicherheiten, kaum Kontrolle. Und das bei einem Song wie "Ordinary", der wirklich auf Dauerschleife im Radio läuft. Selbst als Laie kriegt man dieses Lied irgendwie runter. Als "Star-Anwärter" muss der Anspruch doch etwas höher sein.
Und trotzdem reicht es – weil die Konkurrenz noch schwächer ist.
Genau das ist das Problem. Was früher ein klares "Dreimal Nein" gewesen wäre, wird heute mit einem Schulterklopfen belohnt. Man lobt Einsatz, bemüht sich um nette Worte. Aber das ändert nichts daran, dass hier schlicht die Qualität fehlt.
Und das ist kein Einzelfall, sondern zieht sich durch die gesamte Staffel. Stimmen, die Hallen füllen? Fehlanzeige. Künstler mit Wiedererkennungswert? Kaum vorhanden. Das hier wirkt nicht wie die Suche nach einem Superstar – sondern wie Schadensbegrenzung.
Warum ist das so? Ein Grund liegt auf der Hand: DSDS ist längst nicht mehr die Star-Schmiede, die sie einmal war. Namen wie Pietro Lombardi oder Beatrice Egli stehen für eine Zeit, in der echte Karrieren entstanden sind. Heute? Kaum jemand bleibt nachhaltig hängen.
Dazu kommt die Konkurrenz. Formate wie "The Voice" haben DSDS längst überholt – musikalisch, qualitativ, glaubwürdiger.
Und dann ist da noch ein Faktor, der alles verändert hat: Social Media.
Warum sich vor eine Jury stellen, sich bewerten lassen und riskieren, im Schnitt schlecht dazustehen, wenn man auf TikTok selbst bestimmen kann, wie man wirkt? Ein virales Video kann heute mehr erreichen als eine ganze Staffel im TV. Die Bühne hat sich verschoben – und DSDS steht plötzlich im Schatten.
Das Ergebnis sieht man jetzt: Die wirklich starken Stimmen fehlen. Die, die es ernst meinen, gehen andere Wege.
Und DSDS? Wirkt plötzlich wie ein Relikt aus einer anderen Zeit.
Früher war die Show ein Fixpunkt im TV. Heute ist sie vor allem eines: ein Format auf der Suche nach seiner eigenen Relevanz.