Es ist der Moment, der hängen bleibt und der vieles über die aktuelle Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" erzählt.
Ausgerechnet Menowin Fröhlich, einer der großen Namen im Recall, legt beim Gruppenauftritt mit "Ordinary" einen Auftritt hin, der kaum wiederzuerkennen ist. Text? Mehrfach weg. Melodie? Nur bruchstückhaft getroffen. Von einer sicheren Performance kann keine Rede sein.
Und trotzdem: Er kommt weiter.
Nicht, weil er überzeugt hätte, sondern weil die anderen schlicht noch schwächer waren. Ein Urteil, das man zwischen den Zeilen auch bei Dieter Bohlen heraushört. Der bringt es zwar flapsig auf den Punkt, lobt einzelne Momente – doch der Gesamteindruck bleibt wackelig: "Du hast am meisten gekämpft, hattest aber am Ende schöne Phrasierungen." Das reicht wohl.
Genau hier liegt das eigentliche Problem.
Früher hätte so ein Auftritt gereicht, um direkt nach Hause geschickt zu werden. Ohne Diskussion. Drei klare Neins – fertig. Heute reicht ein durchwachsener Auftritt, um sich gegen eine noch schwächere Konkurrenz durchzusetzen.
Das Niveau? Fragwürdig. Denn wenn ein Kandidat mit vergessenen Textzeilen und unsauberen Tönen als "bester seiner Gruppe" durchgeht, stellt sich zwangsläufig die Frage: Wie schlecht müssen die anderen gewesen sein?
Der Recall sollte eigentlich die Spreu vom Weizen trennen. Stattdessen wirkt es aktuell so, als würde man einfach nur die weniger schwachen Kandidaten weiterreichen.
Menowin steht damit sinnbildlich für diese Staffel: viel Name, viel Geschichte, aber musikalisch zu wenig, um wirklich zu überzeugen.