Die historische Dürre setzt Salzburgs Landwirtschaft massiv unter Druck.
Viele Bäuerinnen und Bauern sehen sich gezwungen, wegen fehlender Futtervorräte bereits jetzt im Sommer erste Kühe zu verkaufen. Normalerweise wäre das zu dieser Zeit undenkbar.
Florian Brunauer, Landwirt in Hallein und Bezirksobmann des Bauernbundes im Tennengau, spricht von einer Katastrophe: „Die Wasserversorgung der Betriebe und auch auf den Almen ist eine Katastrophe. Es wächst nichts nach, die Heuernte hat ein starkes Minus.“
Wie "Salzburg24" berichtet, war das erste Halbjahr in Salzburg laut Bauernbund das trockenste seit Beginn der Messungen.
Besonders schwierig ist die Kombination aus einem sehr trockenen Winter und hohen Temperaturen im Sommer. „An so etwas wie heuer kann ich mich nicht erinnern, und ich glaube, meine Eltern auch nicht“, sagt Brunauer.
Je nach Lage fehlen 30 Prozent der Erntemenge, im schlimmsten Fall sogar die Hälfte.
Claudia Hude vom Salzburger Bauernbund erklärt, dass viele Landwirte bereits jetzt ihre Tierbestände reduzieren, weil das Futter für den Winter knapp wird. „Jene, die sehr vorausschauend denken, sagen: ‚Damit komme ich nicht über den Winter.‘“ Normalerweise werden im Juli und August kaum Tiere verkauft, doch heuer ist alles anders.
Die Betriebe handeln frühzeitig, solange die Schlachtpreise noch stabil sind. Die große Sorge ist, dass im Herbst, wenn viele Tiere von den Almen kommen, das Angebot die Preise einbrechen lässt.
Dann droht vielen ein doppelter Verlust: weniger Ernte und kaum Erlös für das Vieh.