Die Debatte um die Sicherheit von E-Scootern spitzt sich zu. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert einen Befähigungsnachweis für alle E-Scooter-Fahrer ohne Führerschein - ähnlich wie bei der Mofa-Prüfbescheinigung.
Der Hintergrund ist alarmierend: 2025 wurden rund 16.500 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden registriert - ein Plus von 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 38 Menschen kamen dabei ums Leben, 40 Prozent mehr als 2024.
Wie es bei heise online heißt, fehlt laut DVR vielen Nutzern das nötige Wissen über Verkehrsregeln und grundlegende Fahrfähigkeiten. Besonders gefährdet seien Kinder und Jugendliche - rund 2.200 Verunglückte waren unter 15 Jahre alt, vier von ihnen starben.
Der DVR will auch das Mindestalter für E-Scooter von 14 auf 15 Jahre anheben. "Das Fahren eines motorisierten Fahrzeugs im Straßenverkehr erfordere ein Maß an Reife und Erfahrung, das bei Jüngeren oft noch nicht vorhanden sei", so die Experten.
Zudem sollen die Roller sicherer werden: Neue Fahrzeuge sollen leuchtende gelbe Seitenmarkierungen bekommen, damit sie in der Dämmerung besser sichtbar sind.
Ab 2027 gilt für Neufahrzeuge eine Blinkerpflicht. Die Strafen für das Fahren auf Gehwegen und zu zweit wurden erhöht. Außerdem plant die Bundesregierung eine Halterhaftung wie bei Autos - damit Unfallopfer leichter Schadenersatz bekommen können.
Besonders auffällig: Bei 30 Prozent aller E-Scooter-Unfälle war kein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt. Fast die Hälfte der Todesopfer auf E-Scootern kam bei solchen Alleinunfällen ums Leben. In elf Prozent der Fälle war Alkohol im Spiel.
Bis weitere Regeln greifen, empfehlen die Experten vorausschauendes Fahren und das Tragen eines Helms, um schwere Kopfverletzungen zu vermeiden.