Der Arbeitsplatz Autobahn ist gefährlich. Das beweist ein Blick in die Unfall-Statistik. Bei sechs Unfällen waren im Vorjahr Mitarbeitende der Asfinag involviert, während sie auf der Autobahn ihrer Arbeit nachgingen.
In den vergangenen fünf Jahren waren es insgesamt 48 Unfälle, bei denen mehrere ASFINAG-Mitarbeiter schwer und einer sogar tödlich verletzt wurden. Beim ÖAMTC kam im Jahr 2024 ein Mitarbeiter ums Leben.
Die Hauptursachen für Unfälle sind Unachtsamkeit und Ablenkung. Meist ist es das Handy, mit dem während der Fahrt hantiert wird. Am Montag startete die Asfinag daher mit Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) und dem ÖAMTC die Verkehrssicherheits-Kampagne "Meine Mama/mein Papa arbeiten für dich. Danke, dass du auf sie aufpasst."
Botschafter sind die Kinder der Mitarbeitenden. Sie verdeutlichen emotional, dass hinter allen Tätigkeiten auf den Autobahnen und Schnellstraßen Menschen stehen, die für die Allgemeinheit im Einsatz sind. Menschen, die wieder sicher zu ihren Familien nach Hause kommen wollen.
"Ablenkung ist die häufigste Ursache tödlicher Unfälle", betont Hanke. "Deshalb brauchen wir Bewusstseinsbildung, moderne Sicherheitstechnologien und mehr Rücksicht gegenüber den Menschen, die täglich auf unseren Autobahnen im Einsatz sind." Die Asfinag setze bereits viele wichtige Maßnahmen zum Schutz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so der Minister. "Unterstützen wir sie dabei mit verantwortungsvollem Verhalten am Steuer."
"Aktuell testen wir ein KI-basiertes Kollisionswarn-System. Aber der größte Hebel für mehr Sicherheit ist der Mensch", betont ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl. "Unsere Botschaft ist einfach: Danke, dass ihr aufpasst, damit die Mamas und Papas, aber auch Söhne und Töchter, die in der ASFINAG arbeiten, wieder sicher nach Hause zu ihren Familien kommen."
"Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pannenhilfe und Abschleppdienst sind rund um die Uhr auf Österreichs Straßen unterwegs und unterstützen Menschen in Notsituationen. An erster Stelle steht dabei immer die Sicherheit für alle Beteiligten – dafür setzen wir uns gemeinsam ein", sagte auch ÖAMTC-Direktor Ernst Kloboucnik bei der Präsentation der Kampagne.
ASFINAG und ÖAMTC testen derzeit ein KI-basiertes System, das Arbeiten unter Verkehr noch sicherer machen soll. Eine Kamera erkennt Fahrzeuge ab etwa 300 Meter Entfernung, die KI analysiert deren Fahrweg und warnt rechtzeitig bei einer möglichen Kollision.
Der Alarm erfolgt dabei doppelt. Ein Hupsignal warnt den Lenker oder die Lenkerin. Und die Mitarbeitenden auf der Straße tragen ein kleines Gerät am Oberarm beziehungsweise nah am Körper, das stark zu vibrieren beginnt. Für den Fall einer Kollision haben sie so ein paar Sekunden mehr Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen.
Die ASFINAG hat sechs dieser Kameras seit dem Vorjahr im Einsatz, weitere 21 Kollisionswarner werden ab Juni gekauft. Der Testbetrieb läuft bis Ende 2026. Sind die Ergebnisse positiv, wird das System flächendeckend ausgerollt.
Der ÖAMTC hat derzeit im Rahmen einer Pilotphase ebenfalls elf Fahrzeuge mit dem System ausgestattet und testet die Lösung bei Einsätzen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.
Mit der Kampagne wollen die ASFINAG und der ÖAMTC allen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern verdeutlichen, dass hinter den Tätigkeiten auf den Autobahnen und Schnellstraßen Menschen stehen. Entlang des gesamten Streckennetzes werden Plakate affichiert. Dazu kommen Kurzvideos. Bei der Asfinag runden Inserate, Radiospots und ein starker Schwerpunkt auf den Social Media-Kanälen die Kampagne ab.