Für Temposünder wird es in Österreich bald deutlich teurer. Die Bundesregierung bringt eine Novelle der Straßenverkehrsordnung und eine Anpassung der Anonymverfügungen in Begutachtung. Ziel ist ein einheitlicher Strafrahmen in allen Bundesländern – und mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen.
Auf Druck von Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ) sollen vor allem deutliche Geschwindigkeitsüberschreitungen härter bestraft werden. Zusätzlich sollen die Änderungen auch mehr Geld in die Staatskasse bringen: Für 2027 werden laut Budgetbericht Mehreinnahmen von 29,9 Millionen Euro erwartet.
Hintergrund sind die Unfallzahlen aus dem Jahr 2025. Sowohl die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten als auch jene der Verkehrstoten ist deutlich gestiegen. Besonders im Fokus steht überhöhte Geschwindigkeit. 2024 waren rund 14 Prozent aller Unfälle mit Verletzten darauf zurückzuführen, 2025 bereits mehr als 16 Prozent.
Noch dramatischer ist die Lage bei tödlichen Unfällen: Bei rund einem Drittel aller Verkehrsunfälle mit Todesfolge war zu hohes Tempo die Hauptursache. Im Vergleich zum Vorjahr kamen dadurch zusätzlich 15 Menschen ums Leben.
"Die Sicherheit der Menschen auf Österreichs Straßen hat für diese Bundesregierung höchste Priorität", sagt Hanke. Wer Verkehrsregeln missachte, gefährde oft nicht nur sich selbst, sondern auch andere.
Konkret sollen die Strafrahmen bei schweren Tempoverstößen angehoben werden. Wer mehr als 30 km/h zu schnell fährt, soll künftig mit 200 bis 5.000 Euro Strafe rechnen müssen. Bisher lag der Rahmen bei 150 bis 5.000 Euro.
Noch teurer wird es bei massiven Verstößen: Wer im Ortsgebiet mehr als 40 km/h oder außerhalb des Ortsgebiets mehr als 50 km/h zu schnell unterwegs ist, soll künftig zwischen 400 und 6.000 Euro zahlen. Bisher waren es 300 bis 5.000 Euro.
Auch bei Anonymverfügungen soll es künftig österreichweit einheitliche Strafen geben. Derzeit unterscheiden sich die Strafhöhen für vergleichbare Delikte je nach Bundesland teils deutlich. Damit soll ab 2027 Schluss sein. Neben Autofahrern sind auch andere Verkehrsteilnehmer betroffen – unter anderem sollen auch Regelungen für den Radverkehr angepasst werden.
"Wer massiv zu schnell fährt, gefährdet andere Menschen – dafür braucht es einen nachvollziehbaren und konsequenten Strafrahmen", erklärt ÖVP-Verkehrssprecher Joachim Schnabel.
Neos-Verkehrssprecher Dominik Oberhofer betont, dass es keine pauschale Erhöhung aller Verkehrsstrafen geben soll. Parkstrafen etwa sollen nicht generell teurer werden.
Bei Delikten ohne unmittelbaren Bezug zur Verkehrssicherheit, etwa bestimmten Parkverstößen, geht es laut Regierung vor allem um eine bundesweite Harmonisierung auf das jeweils höchste bestehende Landesniveau.
Bei sicherheitsrelevanten Verstößen, wie erheblichen Geschwindigkeitsüberschreitungen, sollen die höheren Strafen abschreckend wirken und gefährliches Verhalten eindämmen. Hanke stellt klar: "Unser Ziel ist klar: weniger schwere Unfälle und mehr Sicherheit für alle Menschen im Straßenverkehr."