Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt sich angesichts des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo zunehmend besorgt. Das Virus breitet sich im Osten des Landes immer weiter aus, doch die Überwachung der Lage ist äußerst schwierig.
WHO-Chef Tedros Ghebreyesus reiste in die Krisenregion und besuchte die Provinzhauptstadt Bunia, ein Epizentrum der Ausbreitung. Die Behörden melden mittlerweile über 1.000 Verdachtsfälle und mehr als 200 Todesfälle.
Wie spiegel.de berichtet, warnt die WHO vor "blinden Flecken" bei der Erfassung des Ausbruchs. Das ganze Ausmaß bleibt bislang unklar, da das Land nur begrenzte Kapazitäten für Labortests hat.
Besonders besorgniserregend: Gegen die grassierende Virusvariante Bundibugyo gibt es derzeit weder eine zugelassene Behandlung noch einen Impfstoff. "Der beste Weg, dem entgegenzuwirken, ist, alle notwendige Unterstützung zur Bekämpfung der Krankheit an ihrem Epizentrum zu leisten", erklärte Tedros.
Hilfsorganisationen warnen, dass die Maßnahmen zu langsam kommen. Die EU und die USA haben inzwischen medizinische Hilfslieferungen in die Region geschickt. Washington kündigte zusätzliche Hilfen in Höhe von 80 Millionen US-Dollar an.
Uganda und Ruanda haben bereits ihre Grenzen geschlossen, die USA untersagten die Einreise für Personen aus dem Kongo. WHO-Chef Tedros kritisierte diese Maßnahmen als "völlig wirkungslos". Grenzschließungen würden die Transparenz behindern, so der WHO-Generaldirektor.
Auch Angriffe bewaffneter Milizen in der Krisenregion Ituri sowie Millionen von Vertriebenen in überfüllten Lagern erschweren die Bekämpfung des tödlichen Virus erheblich.