Die Demokratische Republik Kongo meldet einen starken Anstieg der Ebola-Todesfälle. Laut Regierungsangaben wurden innerhalb von 24 Stunden 35 neue bestätigte Fälle und 10 weitere Todesopfer registriert.
Damit steigt die Zahl der bestätigten Infektionen auf insgesamt 550 und die Zahl der Todesopfer auf 101. Besonders betroffen ist die Provinz Ituri sowie Teile von Nord- und Südkivu.
Bewaffnete Gruppen behindern die Arbeit der Gesundheitsdienste in mehreren Gebieten. Besonders in den Regionen Djugu, Irumu und Mambasa erschweren sie den Zugang zu betroffenen Gesundheitszonen.
Am Wochenende wurde ein Team, das Begräbnisse von Ebola-Opfern durchführte, auf einem Friedhof in Bunia attackiert. Zwei Menschen wurden schwer verletzt, mehrere Fahrzeuge beschädigt.
In den betroffenen Provinzen operieren laut Forschern über 120 bewaffnete Gruppen. Die anhaltenden Konflikte, ethnische Spannungen und der Kampf um Rohstoffe erschweren die Eindämmung des Ebola-Ausbruchs zusätzlich.
Beim aktuellen Ausbruch handelt es sich um den Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus, für den es bislang keinen zugelassenen Impfstoff oder Behandlung gibt. Zwei Impfstoffkandidaten befinden sich noch in der Entwicklung.
Die Weltgesundheitsorganisation hat im Mai den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Wegen der vielen Wanderbewegungen in der Bergbauregion besteht laut WHO die Gefahr, dass sich das Virus auf Nachbarländer ausbreitet.
Uganda hat bisher 19 Fälle und zwei Todesopfer registriert. Einige Nachbarstaaten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate und Mauritius, haben die Einreise aus dem Kongo, Uganda und Südsudan vorübergehend untersagt.
Der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus rief dazu auf, Grenzschließungen zu überdenken. Pauschale Reisebeschränkungen seien seiner Ansicht nach nicht wirksam.