In der kenianischen Stadt Nanyuki sind bei Protesten gegen die geplante Errichtung eines US-Ebola-Isolationszentrums zwei Menschen erschossen worden. Die Demonstrationen richteten sich gegen Pläne, nahe einer Militärbasis ein Quarantänezentrum einzurichten.
Einer der Demonstranten wurde in der Nähe der Laikipia Airbase angeschossen und starb später im Krankenhaus. Der zweite Mann wurde bereits tot von Soldaten in die Klinik gebracht. Die genauen Umstände der Todesfälle sind bisher unklar, die Behörden haben sich dazu noch nicht geäußert.
Hunderte Demonstranten blockierten am Montag die Straßen, entzündeten Reifen und wurden von der Polizei mit Tränengas auseinandergetrieben.
Das geplante Isolationszentrum mit 50 Betten soll von US-Medizinern betrieben werden und in erster Linie US-Bürger behandeln, die von einem aktuellen Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo betroffen sind. Bislang wurden in Kenia selbst keine Ebola-Fälle gemeldet.
Vergangene Woche hatte ein Gericht die Eröffnung des Zentrums vorläufig gestoppt, nachdem eine Menschenrechtsorganisation das Projekt als Gefahr für die öffentliche Gesundheit eingestuft hatte. Präsident William Ruto verteidigte das Vorhaben jedoch als gegenseitige Vereinbarung mit langjährigen Partnern und rief die Bevölkerung auf, das Thema nicht zu politisieren.
"Wenn Präsident [Donald] Trump Kenia um Unterstützung gebeten hat, indem ein Zentrum auf der Laikipia Airbase eingerichtet werden sollte, habe ich zugestimmt, weil es eine Vereinbarung mit Freunden war, die Kenia seit 30, 40 Jahren begleiten", sagte Ruto.
Zudem wurde die Aussetzung des Projekts durch das Gericht am Dienstag verlängert. Die Regierung muss nun Details zum geplanten Ebola-Zentrum offenlegen. Trotz des Gerichtsbeschlusses wurden weiterhin Militärflugzeuge auf der Basis beobachtet. Ärztevereinigungen und staatliche Aufsichtsbehörden sprechen sich gegen das Vorhaben aus, da sie ein Risiko für die lokale Bevölkerung befürchten.