Eine Wassermelone ist normalerweise rund, schwer und schlecht stapelbar. In Japan existiert aber eine Luxusvariante, die eher wie ein grüner Würfel aussieht. Besonders bekannt ist die sogenannte Zentsujisan Shikakusuika aus der Stadt Zentsuji in der Präfektur Kagawa.
Die quadratische Wassermelone ist dort als regionale Spezialität geschützt. Das japanische System für geografische Herkunftsangaben führt sie seit 2019 offiziell.
Wie chip.de berichtet, ist der Trick dahinter recht einfach: Junge Wassermelonen wachsen in einem transparenten, würfelförmigen Behälter. Während die Frucht größer wird, nimmt sie die Form der Box an.
Die offizielle Produktbeschreibung nennt strenge Vorgaben: Die Melonen sollen 5,5 bis 8 Kilogramm wiegen und saubere, fast senkrechte Streifen auf der Schale zeigen. Die Entwicklung begann bereits um 1965, die erste quadratische Variante entstand demnach um 1975.
Je nach Größe und Verkaufsort kosten die Würfelmelonen zwischen etwa 65 und mehr als 500 US-Dollar. Der hohe Preis entsteht nicht nur durch die Form, sondern auch durch die aufwendige Produktion. Die Früchte müssen regelmäßig kontrolliert werden, damit sie gleichmäßig wachsen.
Der vielleicht überraschendste Punkt: Viele dieser Melonen sind nicht zum Essen gedacht. Sie werden früh geerntet, damit Form, Farbe und Haltbarkeit besser passen. Ein Hinweis in japanischen Geschäften bedeutet, dass sie "zur Betrachtung" gedacht sind.
Damit sind die Würfelmelonen eher Deko, Geschenk und Marketingobjekt als Dessert. Sie stehen in hochwertigen Obstläden, Kaufhäusern oder Hotels und sollen Aufmerksamkeit erzeugen. Wer eine süße, saftige Wassermelone essen möchte, greift besser zur normalen runden Frucht.