Meldungen, wonach Österreich eine Wende in der Gas-Politik unternehme und für russisches Gas fortan in Rubel zahle, verbreitete sich am Mittwoch vor allem in sozialen Netzwerken wie ein Lauffeuer. Ausgang war eine Meldung der russischen Nachrichtenagentur TASS. Diese vermeldete, dass Österreich fortan bereit sei, für russische Gaslieferungen in Rubel zu bezahlen. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit der OMV gefallen, heißt es. Zahlreiche Medien berichteten über die Wende. Bundeskanzler Karl Nehammer zögerte nicht und bezeichnete diese Meldungen als "Fake News der russischen Propaganda".
Doch mit diesem Statement des Kanzlers ist das Thema nicht vom Tisch. Denn schon am Donnerstag wurde das Thema erneut aufgegriffen. Donald Tusk, der frühere EU-Ratsvorsitzende und polnische Regierungschef und aktueller Vorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP), wirft drei Ländern vor, sich für die Zahlung für russisches Gas in die "Rubel-Zone" begeben zu haben. Bei diesen Ländern handelt es sich um Deutschland, Ungarn und eben Österreich. Davon berichtet die spanische News-Agentur Europa Press.
"Ich habe gehört, dass nicht nur Ungarn, sondern auch Österreich und Deutschland bereit sind, russisches Gas in Rubel zu bezahlen. Sind die noch in der Eurozone oder im Rubelgebiet?", so der Wortlaut der Wortmeldung des polnischen Politikers. Auch die polnische Umweltministerin Anna Moskwa nahm im polnischen TV Bezug auf die Meldungen und forderte "Konsequenzen" für das Länder-Trio.
Laut APA bezieht sich das Duo auf Berichte, die nahelegen, dass u.a. das heimische Unternehmen OMV die Zahlungen für Gas aus Russland zwar weiterhin in Euro tätigen will, das soll aber auf eigene Konten der Gasprombank geschehen, von wo das Geld sofort in Rubel konvertiert werde. Das ist seit Wochen gängige Praxis. Nun berichtet aber die "Financial Times" aber unter Berufung auf nicht näher beschriebene Quellen, dass die OMV in der Schweiz ein Rubel-Konto eröffnen wolle.
Von der APA auf diese Meldung angesprochen erklärt die OMV nun, dass das Unternehmen einen russischen Vorschlag erhalten habe. Dieses werde nun geprüft, man arbeite aber an einer "sanktionskonformen Lösung". Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) betonte erneut, dass die OMV, über die die Gaslieferungen nach Österreich abgewickelt werden, weiterhin in Euro zahle.