Roboter werden immer mehr Teil des Alltags, und das auch in der Medizin. Die roboterassistierte Chirurgie wird an den Universitäts- und Landeskliniken ausgebaut – basierend auf dem Gesundheitsplan 2040+. Das Universitätsklinikum Krems (Bezirk Krems, NÖ) ist nun an der Reihe für einen neuen OP-Roboter.
Anton Kasser (ÖVP), Landesrat für Landeskliniken, erklärt: "Mit der Etablierung des neuen OP-Roboters am Universitätsklinikum Krems wurde ein Meilenstein erreicht, welcher zugleich der Startschuss für einen Vollausbau in allen Regionen markiert. Die Weiterentwicklung leistet einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung unseres Gesundheitssystems."
Und weiter: "Einerseits sichern wir damit eine bestmögliche Erst- und Akutversorgung für unsere Patientinnen und Patienten durch präzise, sichere und schonende Behandlungsmethoden. Andererseits stärken wir die Aus- und Weiterbildung und erhöhen die Attraktivität als Ausbildungs- und Arbeitsstandort für junge Medizinerinnen und Mediziner."
Bei der roboterassistierten Chirurgie werden modernste Technologie und chirurgische Expertise verbunden. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten für Eingriffe, die schonend und minimalinvasiv sind.
Ärzte werden von einem Robotersystem unterstützt – der Chirurg steuert die Instrumente über eine Konsole, der Roboter führt die Bewegungen durch.
Für Patienten und Chirurgen komme es durch den OP-Roboter zu Vorteilen. Bei Patienten gebe es geringere Komplikationsraten, reduzierten Blutverlust, weniger Schmerzen nach der Operation, kürzere Aufenthalte im Krankenhaus und eine gesamt schnellere Genesung.
Oberarzt Bernhard Grubmüller erklärt: "Am Ende geht es aber nicht nur um die Technik. Es geht darum, für jede einzelne Patientin/jeden einzelnen Patienten die bestmögliche Behandlung anbieten zu können. Genau dafür ist die roboterassistierte Chirurgie ein entscheidender Baustein." Er hat die Projektleitung für die Einführung der roboterassistierten Chirurgie in diesem Landesklinikum inne und wird Ende April die ersten Operationen mit dem OP-Roboter machen – im Urologiebereich.
Bei den Chirurgen komme es zu einem besseren OP-Alltag durch "Ergonomisch optimierte Arbeitsbedingungen, eine stabile Instrumentenführung sowie eine geringere körperliche Belastung." Auch die Möglichkeiten für Ausbildung und Training werden durch die Roboter-Systeme erweitert.
Elisabeth Bräutigam, Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur, erklärt: "Davon profitieren unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, da sie an hochmodernen Geräten bestmöglich ausgebildet werden. Diese verbesserten Rahmenbedingungen steigern nicht nur die Qualität der chirurgischen Versorgung, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität des Berufsbildes. Sie sind damit ein wesentlicher Faktor, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen, langfristig zu binden und die Gesundheitsstandorte nachhaltig zu stärken".
An den Universitätskliniken Wiener Neustadt (NÖ) und St. Pölten (NÖ) werden die OP-Roboter bereits mit Erfolg eingesetzt. Seitdem sie eingeführt wurden, wurden in Niederösterreich schon circa 5.000 Operationen mit ihnen umgesetzt. Als nächstes sollen unter anderem das Landesklinikum (LK) Mistelbach (NÖ), LK Horn (NÖ), LK Baden-Mödling (NÖ) und später auch das LK Amstetten (NÖ) folgen.