Bei heiklen Bahnübergängen in Niederösterreich kommt jetzt ordentlich Tempo hinein. Ein Jahr nach der neuen Förderrichtlinie für Eisenbahnkreuzungen zieht das Land eine erste Bilanz – und die fällt klar aus: mehr Gemeinden beantragen Geld für Sicherungen. Diese werden auch durchgeführt.
Verkehrslandesrat Udo Landbauer (FP) spricht von einer echten Trendwende. "Wir haben das Thema konsequent auf Schiene gebracht. Das ist eine Reform, die auch ankommt: Mehr Projekte, mehr Tempo und klare Regeln sorgen dafür, dass Gemeinden jetzt stärker handeln."
Der Hintergrund: In Niederösterreich gibt es derzeit 1.306 Eisenbahnkreuzungen auf Gemeindestraßen. Bis Ende 2024 wurden bereits 797 Maßnahmen umgesetzt. Darunter sind 330 technisch gesicherte und 199 aufgelassene Kreuzungen. Weitere 509 Übergänge werden nun Schritt für Schritt überprüft.
Besonders auffällig ist der Sprung bei den Förderansuchen. Während 2024 nur neun Eisenbahnkreuzungen aus fünf Gemeinden eingereicht wurden, waren es 2025 schon 37 Ansuchen aus 20 Gemeinden – ein Höchstwert seit 2017. Für 22 Eisenbahnkreuzungen wurden heuer bereits Fördermittel ausbezahlt.
Auch beim Budget zeigt die Kurve steil nach oben. 2024 lagen die finanziellen Aufwendungen noch bei gut 376.000 Euro. Für 2025 und Anfang 2026 sind es bereits rund 1,3 Millionen Euro. Für 2026 gibt es schon 7 Förderzusagen in Höhe von 423.530 Euro. Zudem stehen heuer noch rund 3 Millionen Euro an Fördermitteln bereit.
Landbauer betont, dass die Sicherung von Bahnübergängen für Gemeinden oft ein finanzieller Kraftakt ist. "Jeder Euro ist gut investiert", sagt er. Das Ziel ist klar: Bis 2034 sollen alle 1.306 Eisenbahnkreuzungen auf Gemeindestraßen entweder gesichert oder überhaupt aufgelassen werden.
Im Fokus steht das Thema auch bei der NÖ-Bahnoffensive. Auf Regionalbahnen wie der Kamptal-, Traisental-, Puchberger- und Erlauftalbahn sollen alle Eisenbahnkreuzungen auf Landes- und Gemeindestraßen überprüft und gesichert werden.