Künstliche Intelligenz bekommt in Niederösterreich jetzt ein neues Zuhause: An der Fachhochschule St. Pölten wurde am Montag ein neues KI-Reallabor offiziell eröffnet. Bei der Eröffnung waren LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (VP), Johann Haag (Geschäftsführer der Fachhochschule in St. Pölten) und Studiengangsleiterin Marlies Temper.
Das neue Labor soll zur zentralen Drehscheibe für Forschung und Lehre werden. Dort sollen KI-Methoden unter realitätsnahen Bedingungen entwickelt, getestet und sicher erprobt werden. Das Land Niederösterreich unterstützt das Projekt mit rund 600.000 Euro. Insgesamt liegt das Investitionsvolumen laut Pernkopf bei 1,2 Millionen Euro.
Für Pernkopf ist klar, worum es geht: „Künstliche Intelligenz muss dem Menschen dienen und verantwortungsvoll eingesetzt werden. Als Hilfe, nicht als Hürde. Und schon gar nicht als Waffe." Er betonte bei der Eröffnung, dass Künstliche Intelligenz längst im Alltag angekommen sei – etwa am Handy, im Navi oder in der Medizin. "Deshalb ist es umso wichtiger, Kompetenzen aufzubauen, Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren. KI soll das Leben leichter machen und der Wirtschaft helfen", so Pernkopf.
Niederösterreich setzt dabei auf einen eigenen Forschungsschwerpunkt. Laut Pernkopf fließen insgesamt 6,35 Millionen Euro in den Ausbau der KI-Kompetenz im Bundesland. Dazu kommen mehr als 20 Studiengänge mit KI-Bezug, zwei Stiftungsprofessuren und neue Forschungsförderungen.
Auch an der University of Applied Sciences in St. Pölten, früher bekannt als FH St. Pölten, läuft beim Thema KI schon jetzt einiges. Geschäftsführer Johann Haag sagte, aktuell gebe es 154 Projekte, davon 25 mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz oder maschinellem Lernen. Die Einnahmen aus diesen Projekten liegen demnach bei mehr als 7,5 Millionen Euro. Mehr als 60 Forscher arbeiten derzeit an KI-Vorhaben.
Studiengangsleiterin Marlies Temper sieht im neuen Reallabor vor allem einen Ort, an dem KI greifbar wird. Die Einrichtung soll nicht nur Forschern offenstehen, sondern auch Bürgern und Unternehmen. Ziel ist, Anwendungen schneller zu entwickeln, gründlich zu testen und KI aus dem Hörsaal in den Alltag zu holen.
Genau das gilt als große Stärke des Projekts. Nicht nur Wissen aufbauen, sondern es rascher in die Praxis bringen - das ist der Anspruch. Für St. Pölten bedeutet das: mehr Forschung, mehr Entwicklung und ein kräftiger Schub für den Technologiestandort Niederösterreich.