Heizungen, Sanitäranlagen und Badezimmer: Seit Jahrzehnten kümmert sich Trieb & Kreimer in der Region Weiz um diese Arbeiten. Jetzt steckt das traditionsreiche Unternehmen selbst in großen Schwierigkeiten. Die Trieb & Kreimer GmbH & Co KG ist zahlungsunfähig und hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Die Schulden belaufen sich auf rund 1,07 Millionen Euro.
Für 14 Mitarbeiter beginnt das Zittern. Der Betrieb soll allerdings weitergeführt werden, auch die Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.
Das Unternehmen mit Sitz in der Birkfelderstraße in Weiz ist im Bereich Gas-, Wasser- und Heizungsinstallation tätig. Der Betrieb besteht in seiner heutigen Rechtsform seit 1998.
Auf seiner Webseite betont das Unternehmen neben der Planung von Heizungs- und Sanitäranlagen auch den sorgfältigen Umgang mit Ressourcen. Installiert werden sparsame und umweltschonende Anlagen, ökologisches Heizen stehe dabei an oberster Stelle.
Doch die schwierige wirtschaftliche Lage hat dem Betrieb massiv zugesetzt. Ein Gläubiger stellte einen Insolvenzantrag, danach räumte das Unternehmen Zahlungsunfähigkeit ein und beantragte selbst ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz.
Als Gründe für die Insolvenz werden gleich mehrere Probleme genannt. Die schwierige Entwicklung in der Bauwirtschaft und deutlich weniger Neubauprojekte hätten dem Unternehmen zugesetzt.
Gleichzeitig stiegen Personal-, Finanzierungs- und Materialkosten. Verlängerte Zahlungsziele, Ausfälle bei einzelnen Auftraggebern und notwendige Vorfinanzierungen belasteten die verfügbaren Geldmittel zusätzlich. Schließlich waren auch die Kreditlinien ausgeschöpft.
Insgesamt sind 61 Gläubiger betroffen. Rund 605.000 Euro der Schulden entfallen auf Banken, etwa 329.000 Euro auf Lieferanten. Dazu kommen rund 141.000 Euro an Steuer- und Abgabenrückständen.
Ganz vorbei soll es für den Installationsbetrieb aber nicht sein. Trieb & Kreimer will weitermachen und sich sanieren. Geplant sind Maßnahmen, um die Kosten zu reduzieren.
Vorhanden sind unter anderem Kundenforderungen von rund 110.000 Euro sowie Fahrzeuge, Maschinen, Werkzeuge und Lagerbestände. Dazu kommen laufende Service- und Wartungsaufträge, die weitere Einnahmen bringen sollen. Eine genaue Bewertung steht noch aus.
Den Gläubigern soll eine Quote von 20 Prozent angeboten werden, die innerhalb von zwei Jahren nach rechtskräftiger Annahme des Sanierungsplans bezahlt werden soll.