Mitten in der Nacht bemerkten Nachbarn in einem Grazer Mehrparteienhaus ein Feuer und schlugen Alarm. Als die Feuerwehr wenig später die betroffene Wohnung betrat, war es für die 51-jährige Bewohnerin bereits zu spät. Sie starb trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche.
Die Tragödie ereignete sich in der Nacht auf Dienstag in der Austeingasse im Bezirk Lend. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass eine glimmende Zigarette den Brand ausgelöst haben könnte.
Gegen 3.30 Uhr entdeckten Nachbarn den Brand in einer Erdgeschoßwohnung und verständigten die Einsatzkräfte. Die Grazer Berufsfeuerwehr rückte mit fünf Fahrzeugen und insgesamt 23 Feuerwehrleuten an.
Um in die brennende Wohnung zu gelangen, mussten die Einsatzkräfte zunächst die Eingangstür gewaltsam öffnen. Anschließend durchsuchten Feuerwehrleute unter schwerem Atemschutz die Räume.
In der Küche stießen die Einsatzkräfte schließlich auf die Bewohnerin. Die 51-Jährige lag leblos am Boden. Die Feuerwehrleute brachten sie umgehend ins Freie und übergaben sie der Rettung.
Dort wurde sofort versucht, die Frau wiederzubeleben. Doch sämtliche Bemühungen blieben erfolglos. Für die Bewohnerin kam jede Hilfe zu spät.
Der Brand hatte auch Auswirkungen auf andere Bereiche des Mehrparteienhauses. Dichter Rauch breitete sich im Stiegenhaus aus und drang bis in eine darüberliegende Wohnung vor.
Die Feuerwehr musste deshalb nicht nur die Brandwohnung, sondern auch die betroffenen Bereiche des Gebäudes durchlüften.
Warum das Feuer ausbrach, ist noch nicht endgültig geklärt. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen. Nach ersten Erkenntnissen könnte die 51-Jährige mit einer noch glimmenden Zigarette eingeschlafen sein.
Ob sich dieser Verdacht bestätigt, müssen die weiteren Untersuchungen zeigen. Fest steht laut Feuerwehr allerdings, dass in der Wohnung keine Rauchmelder installiert waren.
Nach dem tödlichen Brand macht Einsatzleiter Gerald Wonner auf die Bedeutung von Rauchwarnmeldern aufmerksam.
"Rauchwarnmelder an der Decke können im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen. Diese Lebensretter sollten in keinem Haushalt fehlen. Das Brandereignis in der Austeingasse hätte vermutlich mit Rauchwarnmelder einen anderen Ausgang genommen", so Wonner gegenüber dem ORF.
Der Fall zeigt, wie gefährlich ein Wohnungsbrand in der Nacht werden kann. Ob ein Rauchmelder den Tod der 51-Jährigen tatsächlich verhindert hätte, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Nach Einschätzung der Feuerwehr hätte eine rechtzeitige Warnung aber womöglich den entscheidenden Unterschied gemacht.