Eine Frau wollte ihren nigerianischen Führerschein bei der Behörde gegen ein österreichisches Dokument tauschen.
Dabei flog die Fälschung sofort auf.
Die Frau verlegte im Jahr 2009 ihren Lebensmittelpunkt von Nigeria nach Österreich. Kurz vor ihrer Ausreise hatte sie nach eigenen Angaben noch einen Führerschein in ihrer Heimat erworben.
"Bevor ich weggegangen bin, habe ich noch schnell den Führerschein in Afrika gemacht. Mit dem bin ich seit 18 Jahren ohne Probleme gefahren", erklärte sie nun laut "Kleine Zeitung" vor dem Bezirksgericht Voitsberg.
Als die Frau das Dokument bei der Bezirkshauptmannschaft Voitsberg in einen EWR-Führerschein umtauschen wollte, wurden Mitarbeiter misstrauisch. Die Behörde leitete das Schriftstück deshalb zur genaueren Untersuchung an die Kriminalpolizei weiter.
Die Überprüfung bestätigte den Verdacht. Bei dem vorgelegten Dokument handelte es sich laut Gericht um eine Totalfälschung. "Der Führerschein wurde in einem schlechten Druckverfahren nachgemacht und weist keine der für nigerianische Führerscheine üblichen Sicherheitsmerkmale auf", erklärte die Richterin.
Die Angeklagte bestritt zunächst, bewusst eine Fälschung verwendet zu haben. Sie sei möglicherweise selbst getäuscht worden. "Ich habe den Führerschein ja auch gemacht und dafür bezahlt. Ich weiß nicht, warum ich damit jetzt Probleme gehabt habe", sagte die Frau.
Im Laufe der Verhandlung zeigte sie sich schließlich einsichtig. "Entschuldigung, es tut mir leid", erklärte die Angeklagte. Sie war bereits wegen der Fälschung besonders geschützter Dokumente einschlägig vorbestraft.
Das Gericht wertete im aktuellen Fall sowohl die Dokumentenfälschung als auch die versuchte falsche Beurkundung. Die Frau wurde zu 240 Tagessätzen zu jeweils 4 Euro verurteilt. Damit beträgt die Geldstrafe insgesamt 960 Euro.
Zusätzlich muss sie einen Prozesskostenbeitrag von 70 Euro bezahlen. Insgesamt kostet sie der Versuch, den gefälschten Führerschein umtauschen zu lassen, damit 1.030 Euro.