Ungewöhnliches Schnäppchen! Ein Skigebiet für gerade einmal zwei Euro – das bietet jetzt eine steirische Gemeinde an. Das Sonderangebot hat einen ernsten Hintergrund. Die Gemeinde St. Barbara im Mürztal kann sich den Betrieb der Brunnalm nicht mehr leisten. Immer wieder mussten die Gemeinde und das Land Steiermark Geld zuschießen, damit die Lifte weiterlaufen konnten.
Jetzt will sich die Gemeinde von den defizitären Freizeitbetrieben Veitsch trennen, für nur zwei Euro.
Bürgermeister Arno Russ (ÖVP) macht deutlich, wie ernst die Lage ist: "Für die Gemeinde ist es nicht tragbar, wir können uns das nicht mehr leisten. Wenn wir sie behalten, müssten die Freizeitbetriebe Insolvenz anmelden, was auch die Einstellung des Skibetriebs bedeuten würde", sagt er der "Kleinen Zeitung".
Der Bürgermeister machte sich auf die Suche nach Investoren. Er kontaktierte benachbarte Skigebiete und Unternehmer, doch das Interesse hielt sich zunächst in Grenzen.
Über den Sommer fanden sich schließlich zwei Interessenten: Margret Kraischek und Michael Stoppacher, sie sind bereit, das Abenteuer einzugehen.
Allerdings werden die neuen Betreiber vertraglich verpflichtet, den Skibetrieb aufrecht zu halten. "Es kommen viele Kosten auf uns zu, aber wir sind motiviert es durchzuziehen", erklärt Kraischek gegenüber der "Kleinen Zeitung". Die Pläne für die kommenden Winter- und Sommersaisonen seien bereits eingereicht.
Bevor die Übergabe stattfinden kann, muss die Gemeinde allerdings noch eine finanzielle Hürde überwinden. Sie muss einen neuen Kredit aufnehmen, um den bestehenden Kredit zurückzuzahlen.
Das Land Steiermark unterstützt diesen Schritt finanziell. Am Freitag, 16. Oktober, soll der Gemeinderat in einer kurzfristig einberufenen Sitzung über die Zukunft der Brunnalm entscheiden.