Eine normale Dienstleistung wurde hier zum Albtraum. Saskia B. wollte im August ihren VW Passat reparieren lassen. Stattdessen steht die junge Mutter jetzt ohne Auto da. Der Mechaniker soll den Wagen unerlaubt gefahren und einen schweren Unfall verursacht haben.
Der Schaden am Youngtimer beträgt laut Werkstatt mehr als der Restwert des Wagens: "Zwar ist es ein altes Auto, aber ich liebe es. Vor allem ist es auch groß genug mit Kind", erzählt Saskia "Heute". Finanziell sei die Situation ohnehin schwierig.
Über die Facebook-Gruppe "Grazer helfen Grazern" wurde Saskia auf den Mechaniker aufmerksam. Er versprach ein günstiges Angebot für den Austausch der Wasserpumpe und einiger anderer Sachen. Der Mann holte den Passat ab und stellte der Familie sogar einen Peugeot als Leihwagen zur Verfügung.
"Das war ein Wahnsinn, er hat so professionell gewirkt. Niemals hätten wir gedacht, dass es so endet", schildert die Steirerin.
Doch statt den Wagen wie vereinbart zu reparieren, soll der Mann damit private Fahrten unternommen haben. Dabei krachte er laut Saskia gegen eine Straßenlaterne und wollte den Unfall offenbar verschweigen. Nur weil zufällig Polizisten auf Streife waren, wurde der Vorfall dokumentiert.
Besonders brisant: Laut Saskia stellte sich später heraus, dass der Mann nicht einmal einen Führerschein hatte.
Nach dem Unfall soll der Mechaniker die beschädigte Fahrzeugfront notdürftig ausgetauscht haben, um den Schaden zu verbergen. Doch der Aufprall hatte schwere Folgen: Der Motor wurde laut Saskia aus seiner Verankerung gerissen. Eine Fachwerkstatt stellte einen wirtschaftlichen Totalschaden fest. Die Reparatur würde über 9.000 Euro kosten.
Zudem sollen persönliche Gegenstände aus dem Auto verschwunden sein. Die Kleidung ihres kleinen Sohnes war mit Motoröl verschmutzt, weil der Mann ölverschmierte Autoteile darauf abgelegt haben soll.
Als Saskia den Mechaniker zur Rede stellte, sei er wütend geworden. Er habe behauptet, zwei Anwälte zu haben, aber kein Geld, um den Schaden zu bezahlen. Eine Kaskoversicherung hatte die Familie nicht.
Die Familie erstattete Anzeige: Doch Saskia hat keine Hoffnung: Bis es zu einem Prozess käme, würde es viel zu lange dauern, "und Geld würde ich auch nicht genug bekommen."
Besonders schlimm: Saskia lebt mit ihrer Familie abgelegen im Raum Graz. Eine brauchbare Bus- oder Zugverbindung gibt es laut ihr nicht. Das nächste Geschäft ist 16 Kilometer entfernt. Ohne Auto werden selbst Einkäufe, Arztbesuche oder Fahrten ins Krankenhaus zum Problem: "Jeder Tag ohne Auto ist ein Tag, an dem wir hoffen, dass nichts passiert", schildert die junge Mutter.
Weil die Familie die Reparatur nicht selbst bezahlen kann, hofft Saskia nun auf Spenden. Damit möchte sie entweder ihren Passat reparieren lassen oder ein verlässliches Ersatzauto kaufen. Sollte der mutmaßliche Verursacher doch noch Geld bezahlen, will sie das öffentlich bekannt geben.