"Es tut mir leid"

Frau will Führerschein tauschen – dann fliegt alles auf

Eine Frau wollte in Voitsberg ihren nigerianischen Führerschein umschreiben lassen. Doch das Dokument war gefälscht. Jetzt muss sie 960 Euro zahlen.
16.10.2026, 07:42
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Eigentlich wollte sie nur ihren Führerschein umtauschen lassen. Doch der Besuch bei der Bezirkshauptmannschaft Voitsberg in der Steiermark hatte für eine Frau unerwartete Folgen. Statt eines neuen Dokuments bekam sie Probleme mit der Justiz. Denn ihr nigerianischer Führerschein entpuppte sich als Fälschung – berichtet die "Kleine Zeitung".

Der Fall landete schließlich vor dem Bezirksgericht Voitsberg, wo die Angeklagte erklärte, sie habe selbst nichts von dem gefälschten Dokument gewusst.

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18 Jahre ohne Probleme gefahren

Die Frau war im Jahr 2009 von Nigeria nach Österreich übersiedelt. Kurz vor ihrer Ausreise hatte sie nach eigenen Angaben noch den Führerschein in ihrer Heimat erworben. "Bevor ich weggegangen bin, habe ich noch schnell den Führerschein in Afrika gemacht. Mit dem bin ich seit 18 Jahren ohne Probleme gefahren", erzählte sie laut dem Bericht der Tageszeitung vor Gericht.

Dass das Dokument nicht echt war, sei ihr nicht bewusst gewesen. Die Richterin stellte jedoch klar, dass es sich um eine vollständige Fälschung handelte. "Totalfälschung nennt man das juristisch", erklärte sie laut der "Kleinen Zeitung" der Angeklagten.

Behörde schöpfte sofort Verdacht

Aufgefallen war der Führerschein, als die Frau bei der Bezirkshauptmannschaft Voitsberg erschien. Dort wollte sie das nigerianische Dokument in einen EWR-Führerschein umschreiben lassen.

Die Mitarbeiter der Behörde bemerkten allerdings Unregelmäßigkeiten und ließen das Schriftstück von der Kriminalpolizei untersuchen. Das Ergebnis bestätigte den Verdacht.

"Das Ergebnis ist eindeutig. Der Führerschein wurde in einem schlechten Druckverfahren nachgemacht und weist keine der für nigerianische Führerscheine üblichen Sicherheitsmerkmale auf", betonte die Richterin laut "Kleine Zeitung".

Angeklagte fühlt sich betrogen

Die Frau beteuerte, den Führerschein auf regulärem Weg erworben und dafür bezahlt zu haben. Ihrer Darstellung zufolge könnte sie selbst einem Betrug zum Opfer gefallen sein.

"Ich habe den Führerschein ja auch gemacht und dafür bezahlt. Ich weiß nicht, warum ich damit jetzt Probleme gehabt habe", erklärte sie laut dem Bericht.

Im Laufe der Verhandlung zeigte sich die Angeklagte schließlich einsichtig. "Entschuldigung, es tut mir leid", sagte sie vor Gericht.

960 Euro Strafe und zusätzliche Kosten

Für die Frau sprach allerdings nicht, dass sie bereits wegen der Fälschung besonders geschützter Dokumente einschlägig vorbestraft war. Im aktuellen Verfahren ging es zudem um zwei strafrechtliche Vorwürfe: Dokumentenfälschung und versuchte falsche Beurkundung.

Das Bezirksgericht Voitsberg verurteilte die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 960 Euro. Diese setzt sich aus 240 Tagessätzen zu jeweils vier Euro zusammen. Zusätzlich muss die Frau 70 Euro als Beitrag zu den Verfahrenskosten bezahlen, berichtet die "Kleine Zeitung".

Aus dem geplanten Führerscheinumtausch wurde damit eine Rechnung über insgesamt 1.030 Euro.

wil, Akt. 16.10.2026, 07:46, 16.10.2026, 07:42
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