Vom Elektriker zum eigenen Lokal: Vor rund drei Jahren erfüllte sich Lukas Schilcher aus Rangersdorf (Kärnten) einen großen Traum. Der damals 26-Jährige machte sich selbstständig und eröffnete das Lokal "S'Mittlerling". Ob Kaffee und Kuchen, kleine Snacks oder Cocktails: Für seine Gäste sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein.
Aus dem Traum wurde eine enorme Belastung. Jetzt musste der Kärntner Insolvenz anmelden. Laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) belaufen sich seine Schulden auf rund 302.000 Euro.
Schilcher hatte ursprünglich Elektriker gelernt, bevor er 2022 die Gastgewerbebefähigungsprüfung ablegte. Im März 2023 wagte er schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit. Sein erstes Lokal eröffnete er in einem Gebäude der Gemeinde Rangersdorf, direkt bei einem Fußballplatz und einem kleinen Badeteich.
Um sich finanziell breiter aufzustellen, übernahm er im ersten Halbjahr 2025 zusätzlich das Lokal "Hexenkessel" in Winklern. Doch statt der erhofften zusätzlichen Einnahmen geriet der junge Gastronom immer stärker unter Druck.
Massive Umsatzeinbußen und die Doppelbelastung durch zwei Lokale setzten dem Unternehmer laut Insolvenzantrag schwer zu – auch gesundheitlich.
Im November 2025 musste Schilcher sein erstes Lokal "S'Mittlerling" endgültig schließen. Der "Hexenkessel" in Winklern blieb hingegen geöffnet. Während seines krankheitsbedingten Ausfalls wurde er von einer Mitarbeiterin unterstützt.
Um seine finanzielle Situation wieder in den Griff zu bekommen, kehrte Schilcher schließlich zu seinem ursprünglichen Beruf zurück.
Seit September 2026 arbeitet er von Montag bis Freitag als Elektriker bei der Porr Bau GmbH. An den Wochenenden steht er weiterhin als Wirt in seinem Lokal "Hexenkessel".
Doch die Schulden sind inzwischen auf rund 302.000 Euro angewachsen. Dem stehen laut Insolvenzantrag Vermögenswerte von lediglich 18.600 Euro gegenüber. Die rechnerische Überschuldung beträgt damit rund 283.400 Euro.
Am Landesgericht Klagenfurt wurde nun ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Rund 40 Gläubiger sind betroffen, Dienstnehmer hingegen nicht.
Schilcher will seinen Betrieb fortführen und mit einem Sanierungsplan die finanzielle Krise überwinden. Vorgesehen ist eine Quote von 20 Prozent. Das bedeutet, dass die Gläubiger bei Annahme und Erfüllung des Sanierungsplans zumindest ein Fünftel ihrer anerkannten Forderungen zurückerhalten sollen.
Ob die Sanierung gelingt und der "Hexenkessel" langfristig weitergeführt werden kann, ist derzeit noch offen.