Vorwurf der Beschimpfungen

Eklat bei Faschingsumzug – dann trat SPÖ-Vize zurück

Wilhelmsburgs SP-Vize trat überraschend zurück. Beleidigungen sollen auch ein Grund für den Rücktritt sein. Der Politiker bestreitet die Vorwürfe.
Victoria Carina  Frühwirth
25.02.2026, 14:45
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Ganz Wilhelmsburg spricht seit Tagen darüber: Was ist der Grund für den plötzlichen Rücktritt von Vizebürgermeister Mario Springer (SPÖ)? Die Gerüchteküche brodelt: Von Beschimpfungen und sogar von einem Verstoß gegen das Amtsgeheimnis sei die Rede. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Der überraschende Rücktritt von Ex-Vizebürgermeister Mario Springer (SP) wurde am Montag offiziell mit "privaten und beruflichen Gründen" erklärt. Nun berichten jedoch mehrere interne Quellen von einem mutmaßlichen Zwischenfall beim Faschingsumzug am 14. Februar in Wilhelmsburg (Bezirk St. Pölten-Land).

Demnach soll Springer Teil einer als "Konklave" auftretenden Gruppe gewesen sein und sich als Pfarrer bei der Papstwahl verkleidet haben. Ein örtlicher Gastronom soll als Papst kostümiert gewesen sein. In diesem Zusammenhang sollen laut übereinstimmenden Schilderungen diskriminierende Aussagen gefallen sein.

Ex-Vize dementiert alle Vorwürfe

"Heute" konfrontierte den Politiker mit den Anschuldigungen. Springer weist sämtliche Vorwürfe entschieden zurück. In einer schriftlichen Stellungnahme an "Heute" betont er: "Mir ist bewusst, dass man in der Politik nicht nur Freunde hat und dass das Verbreiten von Unwahrheiten leider Teil dieses Geschäfts ist. Vor diesem Hintergrund halte ich fest, dass die zitierten Worte beziehungsweise Beschimpfungen in KEINER Weise meinem Denken und meinem Weltbild entsprechen."

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Die Gerüchte seien politisches Kleingeld, jemand wolle Springer vorsätzlich Schaden zufügen. "Die Gründe meines Rückzugs stehen in keinerlei Zusammenhang mit den genannten Behauptungen."

Wilhelmsburg Stadtrat Christian Brenner (FPÖ)
FPÖ Niederösterreich

FP: "Wer mit dem Finger auf andere zeigt"

Politisch sorgt der Fall dennoch für Reaktionen. FPÖ NÖ-Landtagsabgeordneter und FPÖ-Wilhelmsburg-Stadtrat Christian Brenner äußert sich öffentlich zu dem Eklat, er ist Stadtrat für die FP Wilhelmsburg und sitzt für die Freiheitlichen im NÖ Landtag. Er hält fest: "Sollte sich der Vorfall beim Faschingsumzug in Wilhelmsburg tatsächlich bestätigen, wäre dies ein bemerkenswerter Kontrast zu den sonst so lauten Moralpredigten der Sozialdemokraten."

Und weiter: "Wer mit dem Finger ständig auf andere zeigt, sollte besonders darauf achten, selbst Maß zu halten und die richtige Wortwahl zu finden. Auch in geselligen Momenten und vor allem bei öffentlichen Feiern trägt ein Mandatar Verantwortung für sein Auftreten."

"Großes Thema in der Stadt"

Aufklärung fordert auch GUT-Gemeinderat Lukas Ameisbichler: "Der Rücktritt wurde zwar erst jetzt bekannt, ist aber seit Tagen ein großes Thema in der Stadt", sagte er gegenüber der "NÖN".

"Sollten sich die Vorwürfe als unwahr herausstellen, hat auch der Vizebürgermeister ein Recht auf öffentlichkeitswirksame Rehabilitation. Sollten sie sich jedoch als wahr herausstellen, müssen umfangreiche Konsequenzen folgen."

Die Stadt-ÖVP und die Grünen distanzieren sich laut dem Bericht von dem Vorfall, wollten sich aber nicht weiter äußern. Wilhelmsburgs Bürgermeister Peter Reitzner (SPÖ) war trotz mehrmaliger Versuche für "Heute" nicht erreichbar, auch gegenüber der "NÖN" wollte er keine Stellungnahme abgeben.

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