"Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten" ist ein Stück des portugiesischen Autors Tiago Rodrigues und wurde bereits in mehreren Ländern gezeigt, darunter bei den Wiener Festwochen. In Bochum gab es am Samstag nun die deutsche Erstaufführung, die mit einem Eklat endete.
Im Schlussmonolog steht ein faschistischer Regierungschef auf der Bühne und hält eine Rede, die immer radikaler wird. Dabei schürt er Hass gegen Fremde, Schwule und Frauen. Aus dem Publikum gab es laut DPA Buhrufe. "Doch der Faschist gibt nicht klein bei, er redet und redet, so lange, bis ein Pfeifkonzert durch den Saal hallt. 'Halt die Fresse', ruft einer, während ein anderer Besucher entgegnet: 'Das gehört zum Spiel dazu, du Idiot'", berichtet die "WAZ" von der Premiere.
Schließlich stürmten zwei Männer aus dem Zuschauerraum auf die Bühne und griffen den Schauspieler körperlich an, wie der Sprecher des Schauspielhauses erklärte. Ein Kollege kam zu Hilfe und konnte die Situation vorerst beruhigen. Der Schauspieler wurde nicht verletzt, die Polizei wurde nicht eingeschaltet.
Das Theater verteidigte in einer Aussendung die Inszenierung: "Das Schauspielhaus Bochum versteht sich als Ort der künstlerischen Auseinandersetzung, an dem kontroverse Themen und ästhetische Zumutungen verhandelt werden". "Aber es ist noch nie vorgekommen, dass Zuschauer den Schauspieler tatsächlich körperlich angegangen sind."